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SAICM – Für eine giftfreie Zukunft weltweit

Der weltweit fortschreitende Einsatz von Industrie- und Agrochemikalien belastet zunehmend Menschen und ihre Umwelt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben weltweit jährlich fast 1,6 Millionen Menschen, weil sie gefährlichen Chemikalien ausgesetzt sind. Um die mit der Herstellung, Verwendung und Entsorgung von Chemikalien verbundenen erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit zu mindern, wurde 2006 unter dem Dach des UN-Umweltprogramms (UNEP) ein freiwilliger globaler Multi-Stakeholder-Prozesses unter dem Namen SAICM (Strategic Approach to International Chemicals Management) gestartet. Deutschland kommt als relevanter Industriestandort und als derzeitiger Träger der SAICM-Präsidentschaft eine wichtige Rolle zu.

PAN Germany engagiert sich in diesem Multi-Stakeholder-Prozess insbesondere für die weltweite Vermeidung und Minimierung des Einsatzes hochgefährlicher Pestizide (HHPs) und bringt, wo immer möglich, auch sein kritisches Wissen zu den Schwerpunktthemen hormonschädliche Chemikalien (EDCs) und umweltgefährliche Tierarzneimittel (EPPPs) ein.

Hochgefährliche Pestizide (HHPs) im globalen Chemikalienmanagement

Aufgrund ihrer besonderen Gefährlichkeit und globalen Bedeutung sind hochgefährliche Pestiziden (HHPs) ein Schwerpunktthema unter SAICM. Knapp 2,5 Milliarden Menschen, die weltweit direkt von der Landwirtschaft leben, kommen mit diesen gefährlichen Substanzen direkt in Kontakt. Jahr für Jahr erleiden Millionen von Kinder, Frauen und Männern Pestizid-Vergiftungen. HHPs gefährden zudem die biologische Vielfalt und kontaminieren wichtige Umwelt-Ressourcen. Bereits das Gründungsdokument, die so genannte Dubai-Deklaration, formulierte 2006 die Notwendigkeit, Alternativen zu fördern, um hochgiftige Pestizide zu reduzieren und schrittweise abzuschaffen.

Gemeinsam für Verbesserungen – Das Engagement der Zivilgesellschaft

Bislang konnte SAICM seine gesetzten Ziele nicht erreichen. Der Prozess zur Neuausrichtung eines zukünftigen SAICM läuft auch Hochtouren. Im Juli 2021 wird in Bonn auf der fünften UN Konferenz zu internationalem Chemikalienmanagement (ICCM5) über die zukünftige Ausgestaltung der Rahmenvereinbarung SAICM entschieden. Die Zivilgesellschaft spielt hierbei eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus dem In- und Ausland, setzt sich PAN Germany für größere Transparenz im gesamten Lebenszyklus von Chemikalien und Pestiziden – von der Produktion bis zur Entsorgung – ein, dafür, dass nicht-chemischen Alternativen größere Priorität eingeräumt wird und dass es zukünftig einen Mechanismus geben soll für den Fall, dass es keine oder zu wenige Fortschritte, bei der Lösung von Problemen gibt, die in Zusammenhang mit identifizierten Schwerpunktthemen stehen. Das Engagement der NGOs, die von Deutschland aus den Prozess aktiv mitgestallten erfolgt unter dem Motto „Für das Recht auf eine giftfreie Zukunft“.

Ein internationaler Rahmen für eine giftfreie Zukunft –

SAICM für Einsteiger

 

Weitere Beiträge zum Thema

Mehr zum Thema Hochgefährliche Pestizide (HHPs)

Mehr zum Thema Hormonschädliche Chemikalien (EDCs)

Fotorechte: Gemüsekiste © C_Ernst, Pestizidanwendung im Obstbau © ermess – Fotolia.com


PAN Publikationen zum Thema:

Gemeinsame NGO Stellungnahme: Opinion of NGOs in the EU SAICM Beyond 2020

Gemeinsame NGO Stellungnahme: Opinion of NGOs in the EU SAICM Beyond 2020

Datum: 18. Februar 2019 623.05 KB

The mandate of SAICM will end in 2020. We have now an opportunity to develop an ambitious international...