15. Mai 2018 · Rubrik: Pestizide

Grenzwerte für Pestizide in einem Viertel der italienischen Oberflächengewässer überschritten

Ein Bericht der italienischen Umweltbehörde ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale)  zeigt, dass in zwei Dritteln der untersuchten italienischen Oberflächengewässerproben Pestizide nachgewiesen wurden. Bei fast einem Viertel der Gewässer wurden die Umweltqualitätsnormen für Pestizide überschritten. Insgesamt waren die Gewässer durchschnittlich mit 5 verschiedenen Pestiziden belastet. Das Maximum der Mischbelastung lag bei 55 nachgewiesenen Pestiziden in einer Gewässerprobe! Auch das Grundwasser in Italien ist belastet: Hier wies gut ein Drittel der untersuchten Grundwasserkörper Pestizidbelastungen auf. Zu den am häufigsten vorkommenden Pestiziden im Oberflächen- und Grundwasser zählen Glyphosat und sein Metabolit AMPA.

Der Bericht enthält die Analyse-Ergebnisse der Jahre 2015 und 2016. In diesem Zeitraum wurden mehr als 35.000 Proben von Oberflächen- und Grundwasser untersucht und 259 Substanzen nachgewiesen.

Dabei zeigte sich ein im Land uneinheitliches Belastungsbild. In einigen der nördlichen Regionen fand die Behörde Pestizide in rund 90% der Oberflächengewässer und bei 65% der Grundwasserstellen. Die Studie räumt jedoch ein, dass die Zahl der untersuchten Proben und Substanzen im gesamten italienischen Hoheitsgebiet nicht homogen war, so dass ein Ranking der einzelnen Regionen nicht möglich ist.

Italien gehörte zu den Ländern, die die fünfjährige Neuzulassung von Glyphosat ablehnten, als die Entscheidung im November 2017 auf EU-Ebene getroffen wurde.

Italienischer Bericht über die Belastung der Gewässer mit Pestiziden (in Italienisch)

Informationen über den Bericht in Englisch

Fotorechte: Wasser: Petra Dirscherl / pixelio.de