15. Januar 2026 · Rubrik: Agrarökologie

Mit Agrarökologie in die Zukunft: Politische Lösungen für die Krise in Landwirtschaft und Ernährung

Das globale Landwirtschafts- und Ernährungssystem trägt wesentlich dazu bei, die globalen Krisen unserer Zeit – Biodiversitätsverlust, Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung – anzufeuern und gefährdet langfristig unsere Ernährungssouveränität. Böden, Gewässer, Luft und ganze Ökosysteme werden durch Agrarchemikalien belastet – mit gravierenden Folgen für Umwelt, Gesundheit und Menschenrechte.

Als PAN Germany setzen wir uns seit Jahren dafür ein, den massiven Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide zu reduzieren, hochgefährliche Pestizide (HHPs) weltweit zu verbieten und Alternativen zu stärken. Eine dieser Alternativen zeigt besonders deutlich, wie ein gerechter und ökologisch tragfähiger Wandel gelingen kann: Agrarökologie.

Agrarökologie: Mehr als eine Anbaumethode

Agrarökologie geht weit über ökologische Landwirtschaft hinaus. Sie ist ein umfassender Ansatz, der ökologische Prinzipien mit sozialer Gerechtigkeit verbindet – und damit die Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Agrarökologie bedeutet:

  • Handlungsmacht: Bäuer*innen und Landarbeiter*innen entscheiden selbst über ihre Produktionsweisen statt von Konzerninteressen abhängig zu sein.
  • Demokratie: Partizipative Prozesse sorgen dafür, dass Entscheidungen gemeinsam getroffen werden – mit den Menschen vor Ort, nicht über ihre Köpfe hinweg.
  • Resilienz: Durch Vielfalt, regionale Strukturen und geringere Abhängigkeiten entstehen widerstandsfähige Ernährungssysteme, die Krisen besser standhalten.
  • Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit: Klimafreundliche Bewirtschaftung geht Hand in Hand mit fairen Arbeits- und Lebensbedingungen.

Jetzt ist die Bundesregierung gefragt

Trotz der offensichtlichen Vorteile bleibt Agrarökologie in der deutschen und europäischen Politik unterfinanziert und unterrepräsentiert. Dabei ist klar: Ohne eine Transformation unserer Landwirtschafts- und Ernährungssysteme bleiben Hunger, Armut, Klimakrise, Umweltverschmutzung und Artensterben ungelöst.

Mehr als 30 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter PAN Germany, fordern deshalb die Bundesregierung auf:

Agrarökologie endlich konsequent zu fördern – als zentrales Instrument zur Umsetzung der Menschenrechte!

Es braucht einen politischen Kurswechsel, der Agrarökologie ins Zentrum der deutschen Entwicklungs- und Agrarpolitik stellt, Ressourcen gerecht verteilt und regionale Strukturen stärkt.

Nur so können wir ein global gerechtes, ökologisch tragfähiges und demokratisches Ernährungssystem schaffen.

Lesen Sie hier das gemeinsame Positionspapier „Mit Agrarökologie in die Zukunft – Ein Aufruf an die Bundesregierung!“