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Antifoulings

sind biozidhaltige Farben, die Boote und Schiffe vor Algen- und Muschelbewuchs schützen sollen. Es ist die einzige Anwendung umweltgefährlicher Chemikalien direkt im freien Gewässer. Antifoulings sind aufgrund verfügbarer Alternativen oft gar nicht notwendig. Deshalb sollte der schrittweise Ausstieg aus dieser Biozidverwendung  im Sinne des Gewässer- und Gesundheitsschutzes auf die politische Agenda von Bund und Länder.

Antifoulings: SOS Gewässerschutz

Es ist vielleicht überraschend, aber es gibt tatsächlich eine Nutzung umweltgefährlicher Chemikalien, die direkt in freien Oberflächengewässern und Meeren erlaubt ist….noch! Sogenannte Antifouling-Anstriche an Booten und Schiffen dienen dem Zweck, die Rümpfe frei von Algen- und Muschelbewuchs (das „Fouling“) zu halten. Bewuchsschutz ist zwar wichtig, weil der Bewuchs die Geschwindigkeit erheblich verringert bzw. den Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoss  in die Höhe treibt, aber bei der Verfügbarkeit von umweltschonenden Alternativen, sollte auf dem Einsatz giftiger Biozide verzichtet werden. Die Realität sieht aber anders aus. Die meisten Anwender, auch die der unzähligen Motor- und Segelboote auf unseren Gewässern, setzen noch immer biozidhaltige Anstriche ein.  Diese können aber nur wirken, wenn sie die giftigen Biozid-Wirkstoffe kontinuierlich in die Gewässer freisetzen. So gelangen jährlich tonnenweise umweltschädliches Kupfer, Zink und weitere giftige organische Biozide, oft in Kombination in einem Farbanstrich und dann als toxische Gemische in Seen, Flüsse und Meere.

Das Biozidrecht sieht Zulassungsprüfungen für Antifouling-Produkte vor. Deutsche Zulassungen für Antifoulingfarben gibt es aber noch keine – derzeit gelten noch Übergangsregeln. Es fehlen zudem Rechtsvorschriften für eine sachkundige Verwendung  für berufsmäßige Anwender, an einer systematischen Gewässerüberwachung der Wirkstoffe und ihrer toxischen Abbauprodukte sowie an Anreizen zur Förderung von biozidfreien Alternativen.

Antifoulings sind ersetzbar!

Aus PAN-Sicht sollte sich dies schnellstens ändern und plädiert für einen  generellen, schrittweisen Ausstieg aus der Nutzung biozidhaltiger Antifoulings.  Für Sportboote in Binnenrevieren gibt es bereits jetzt biozidfreie Alternativen. Immerhin beträfe dies geschätzte 146.400 Liegeplätze bzw. mindestens so viele Boote in Süßwasserrevieren. Es könnten, wenn der politische Wille da wäre, regionale Anwendungsverbote, angefangen in Schutzgebieten, ausgesprochen werden. Dies ist in Deutschland aber erst in wenigen Regionen der Fall und generell mangelt es an ausreichender Kontrolle.

PAN Germany

möchte die Verantwortlichen in den Dialog und in die Pflicht nehmen, hier endlich einen wirksamen Gewässerschutz umzusetzen und möchte Bootseigner unter dem Motto „Bootfahren im Einklang mit der Natur“ für den Umstieg auf umwelt- und gesundheitsschonendere Bewuchsschutzverfahren begeistern.

 


PAN Publikationen zum Thema:

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Biozidbelastung stoppen und Gewässerschutz stärken 272.41 KB 82 downloads

Biozidbelastung stoppen und Gewässerschutz stärken: Die Wakenitz-Verordnung und...
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PAN-Faltblatt: „Ihr Manöver für Umwelt und Gesundheit: Alternativen zu Biozid-Antifoulings“ 314.86 KB 25 downloads

Bald beginnt die neue Sportbootsaison. Viele Eigner und Vereine starten jetzt damit,...
    Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany)