Die Darstellung von Glyphosat in der medialen Öffentlichkeit

Eine Analyse der Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung und der tageszeitung

PAN Germany Pestizid-Brief 2 – 2019

Wohl kaum ein anderer Herbizidwirkstoff erfährt so viel öffentliche Aufmerksamkeit wie Glyphosat. Das öffentliche Interesse lässt sich nicht nur damit begründen, dass Glyphosat das weltweit am häufigsten genutzte Herbizid ist (vgl. Benbrook 2015). Sondern vor allem die Kontroverse, ob Glyphosat krebserregend für Menschen ist, führte zu einer erhöhten Berichterstattung in den Massenmedien. Die Frage der Krebsgefahr von Glyphosat ist deshalb kontrovers, weil unterschiedliche Institutionen zu konträren Einschätzungen kommen. Besonders die Einschätzung der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (IARC), dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ (IARC 2015) sei, fand ein breites Echo in der Öffentlichkeit. Andere Institutionen, wie etwa das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR 2019) oder die Europäische Chemikalien Agentur (ECHA 2017), sehen durch den Gebrauch von Glyphosat kein Krebsrisiko für den Menschen. Die dispersen Bewertungen der verschiedenen Institutionen resultieren aus unterschiedlichen Interessen sowie unterschiedlichen toxikologischen Bewertungen, was sich auch auf regulativer Ebene widerspiegelt. Nach EU-Recht sollte ein Stoff nicht genehmigt werden, der „wahrscheinlich krebserregend“ ist, und somit ein Gefahrenpotenzial besitzt. Die Problematik, dass regulative Behörden den Gefahrenansatz für die Risikoabschätzung nicht voll umsetzen, legt Clausing (2017) dar. Neben den Akteuren und Institutionen, die in der Risikoabschätzung von Glyphosat beteiligt sind, ist auch die öffentliche Darstellung von Glyphosat relevant. Schließlich ist die massenmediale Berichterstattung nicht nur eine zentrale Informationsquelle, sondern auch eine wesentliche Basis für unsere Einstellungen, unser Weltbild und unsere Meinungen (Gamson/Modigliani 1989; Gerhards/Neidhardt 1990; Schmidt/Schäfer 2015). Freilich soll hier von keiner Übermacht der Medien ausgegangen werden, dennoch konstruieren Medien soziale Realität (Tuchmann 1978). Mit Blick auf Glyphosat stellt sich beispielsweise die Frage: Welche Bilder werden in der Berichterstattung vermittelt? Wird das Krebsrisiko ernsthaft thematisiert oder wird Glyphosat als nützliches Mittel dargestellt? Und welche Akteure kommen zu Wort? Die Berichterstattung zu Glyphosat ist damit hochpolitisch, denn je nachdem wie Leitmedien über Glyphosat berichten, kann dies zu einer erhöht kritischen Stimmung in der Öffentlichkeit führen.

An dieser Stelle wird ein Blick auf die deutsche Berichterstattung über Glyphosat genommen. Der Fokus liegt auf der Presseberichterstattung von zwei Leitmedien: der Süddeutschen Tageszeitung (SZ) und der tageszeitung (taz). Nach der Bild-Zeitung steht die SZ aktuell auf Platz zwei der auflagenstärksten Tageszeitungen in Deutschland; die taz steht auf Platz sechs (vgl. Statista 2019). Die beiden Tageszeitungen sind im politischen Spektrum links (taz) beziehungsweise mitte-links (SZ). Der Vergleich zwischen der SZ und der taz ist insofern interessant, als die SZ zunächst die Auflagenstärkste Tageszeitung der Qualitätspresse ist, während die taz für ihre alternative Ausrichtung bekannt ist. Im Vergleich der beiden Tageszeitungen soll deutlich werden, ob und inwiefern Tendenzen in der Berichterstattung erkennbar sind. Die Auswahl der Artikel erfolgte per Stichwortsuche („Glyphosat“) in den Online-Archiven der Zeitungen. Dabei wurden alle Artikel berücksichtigt, die vier Wochen vor und nach den folgend dargestellten Daten und Ereignissen publiziert wurden – außer im Jahr 1996 wurden alle Artikel analysiert, die zu Glyphosat erschienen sind, da kein konkretes Datum recherchiert werden konnte, wann exakt Roundup Ready Saatgut nach Deutschland kam:

  • 01.01.1996 – 31.12.1996: Roundup-Ready-Saatgut kommt in Deutschland auf den Markt.
  • 20.03.2015: Die IARC klassifiziert Glyphosat als “wahrscheinlich krebserregend”.
  • 29.06.2016: Die Europäische Union lässt Glyphosat für weitere 15 Monate zu.
  • 10.05.2016: Die Übernahme von Monsanto durch Bayer wird öffentlich bekannt gemacht.
  • 14.03.2017: Die Monsanto-Papiere werden publik gemacht.
  • 15.03.2017: Der Ausschuss für Risikobewertung der ECHA stuft Glyphosat nicht als wahrscheinlich krebserregend ein.
  • 27.11.2017: Die EU lässt Glyphosat für weitere fünf Jahre zu.

Folgende Fragen zur Darstellung von Glyphosat in den ausgewählten Medien werden im weiteren Verlauf beantwortet:

  1. Zu welchen Zeitpunkten ist die Berichterstattung über Glyphosat besonders hoch?
  2. Welche Risiken von Glyphosat werden thematisiert?
  3. Welche Nutzen von Glyphosat werden dargestellt?
  4. Welche Akteure werden genannt?
  5. Welche Akteure werden direkt zitiert?

Der Begriff „Risiko“ meint hier nicht das Risiko im toxikologischen oder regulativen Sinne, sondern bezieht sich auf ein sozialwissenschaftliches Konzept zur Untersuchung öffentlicher Kommunikation. Konkret referiert der Begriff „Risiko“ hier auf das Frame-Konzept des amerikanischen Sozialwissenschaftlers Robert Entman (1993). Entman untersucht, wie Themen in den Medien „gerahmt“ werden (Rahmen = Frame). Entman geht davon aus, dass Themen eher unter einem Blickwinkel eines „Risikos“ oder aus der Perspektive eines „Nutzens“ präsentiert werden. Daher bezieht sich Risiko in der folgenden Analyse nicht auf ein toxikologisches Risiko, sondern allgemein auf die Frage, ob Glyphosat im Kontext eines Risikos (und das muss nicht toxikologisch verstanden werden, sondern kann zum Beispiel auch ein wirtschaftliches oder politisches Risiko sein) oder im Kontext eines Nutzens präsentiert wird. Da Glyphosat aber auch im toxikologischen Sinne aufgrund seines Gefahrenpotenzials ein Risiko darstellt, sind diese zwei Verständnisse von Risiko zu beachten.

Die Frage nach den Akteuren ist bedeutsam, da es einen Unterschied macht, ob vermehrt Akteure aus der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik oder von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) benannt und zitiert werden, da hierdurch differenzierte Anschauungen dargestellt werden. Welche Akteure sind sichtbar und wer kommt zu Wort – werden bestimmte Akteure kaum genannt oder zitiert, ist dies ebenfalls politisch, da Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit überhaupt Voraussetzung ist, um den eigenen Argumenten Gehör zu verschaffen.

Frage 1: Zu welchen Zeitpunkten ist die Berichterstattung besonders hoch?

Vier Wochen vor und nach den zuvor genannten Daten inklusive aller Artikel aus dem Jahr 1996 sind in der SZ insgesamt 152 zu Glyphosat erschienen, in der taz sind es 74 Artikel.

An der Anzahl und der Verteilung der Artikel wird bereits deutlich, dass Glyphosat in der Berichterstattung beider Tageszeitungen zu einem politisierten Thema wurde. Während die IARC Klassifizierung vor allem in der SZ zunächst eher minimal berücksichtigt wurde (mit einem Artikel), stieg die Berichterstattung mit dem politischen Disput zunächst in der EU und später vor allem in Deutschland zwischen der damaligen Umweltministerin Barbara Hendricks und dem Landwirtschaftsminister Christian Schmidt deutlich an. Nun stellt sich die Frage, wie über Glyphosat berichtet wurde.

Frage 2 und 3: Welche Risiken und welche Nutzen von Glyphosat werden thematisiert?

Tabelle 2 gibt einen Überblick über Risiken und Nutzen, die im Zusammenhang mit Glyphosat diskutiert wurden. Dabei kann ein Artikel mehrere Nutzen und/oder Risiken benennen. Da die Anzahl der Gesamtartikel von taz und SZ sehr unterschiedlich ausfiel, wird zunächst die absolute Anzahl an Artikeln dargestellt und sodann die Prozentzahl. Die Prozentzahl bezieht sich dabei auf 100% der jeweiligen Zeitung. So wurde beispielsweise in 18,92% der Artikel in der taz die Gefahr, Glyphosat ist wahrscheinlich krebserregend, thematisiert, während dieser Aspekt in 7,24% aller hier analysierten SZ-Artikel problematisiert wurde.

Tabelle 2: Übersicht Risiken und Nutzen von Glyphosat (SZ = 152 Artikel; taz = 74 Artikel)

Insgesamt werden deutlich mehr Risiken thematisiert als Nutzen. In beiden Tageszeitungen werden in weniger als 10% der Artikel Nutzen von Glyphosat thematisiert. Auch die Bandbreite an genannten Nutzen ist vergleichsweise gering als diejenige an Risiken. Mit Blick auf die Risiken wird abermals die politische Perspektive auf Glyphosat deutlich. So ist in beiden Tageszeitungen der politische Disput um Glyphosat das meist genannte Risiko – vorrangig geht es dabei um das Risiko des Vertrauensbruchs zwischen den damaligen Bundesministern Christian Schmidt und Barbara Hendricks und der damit verbundenen Frage, ob es 2017 dennoch zu Koalitionsverhandlungen zwischen der CDU/CSU und der SPD kommen konnte. Die Krebsgefahr und allgemeine Sorgen, die nicht weiter spezifiziert werden, sind ebenfalls ein öfter diskutiertes Risiko – wobei die taz das Krebsgefahr in fast 19% der hier analysierten Artikel thematisiert, während es in der SZ lediglich rund 7% der Artikel sind. Umweltrisiken werden hingegen kaum problematisiert; allerdings werden diese vermehrt in der SZ diskutiert als in der taz. Ebenfalls fällt auf, dass jeweils knapp weniger als 20% der Artikel beider Tageszeitungen weder ein Risiko noch einen Nutzen problematisieren; zudem muss berücksichtigt werden, dass für wenige SZ-Artikel die Analyse noch aussteht.

Frage 4 und 5: Welche Akteure werden genannt und welche Akteure werden zitiert?

Tabelle 3 fasst zusammen, welche Typen von Akteuren in den beiden Tageszeitungen genannt und welche direkt zitiert werden. Die Nennung bestimmter Akteure ist bedeutsam, da ein Akteur überhaupt erst sichtbar sein muss, damit er in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden kann. Eine direkte Zitation gibt dem Akteur wiederum noch mehr Sichtbarkeit, da eine direkte Aussage via Berichterstattung an ein breites Publikum vermittelt wird. In der Tabelle wird jeweils zunächst dargestellt, welcher Akteurstyp genannt wurde und sodann welcher Akteurstyp direkt zitiert wurde. An dieser Stelle werden die Akteurstypen präsentiert – das heißt, die Frage ob beispielsweise politische oder wirtschaftliche Akteure genannt und zitiert wurden. Die Analyse fand feingliedriger statt und hat jeden konkreten Akteur (Organisationen ebenso wie einzelne Personen) erfasst. Der Blick auf die Akteurstypen ist aufschlussreich, da daran erkannt wird, ob Glyphosat eher mit einem Fokus auf die Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft oder Umwelt oder Zivilgesellschaft betrachtet wird. Hier wird ein besonderes Augenmerk auf NGOs gerichtet. NGOs werden hier als Gruppen der Zivilgesellschaft verstanden, die keine Absicht haben, eine Regierung zu bilden. Gleichwohl können Sie ein bestimmtes politisches Weltbild repräsentieren, was beispielsweise bei politischen Stiftungen der Fall ist – gleichzeitig sind politische Stiftungen finanziell und organisatorisch von Parteien unabhängig (vgl. Massing 2015, o. S.). Organisationen, die wiederum wirtschaftliche Interessen hinter sich vereinen, zählen hier nicht zu NGOs. Die Glyphosat Task Force wird hier als wirtschaftliche Organisation kategorisiert. Verbrauchergruppen wurden ebenfalls separat kategorisiert, da diese typischerweise mit dem Akteurstyp Verbraucher in Verbindung gesetzt werden und damit in der Berichterstattung einen spezifischen Fokus setzen, der in diesem Kontext gesondert berücksichtigt wird (eben das Thema Verbraucherschutz/Verbraucher). Die Angaben in der Tabelle sind die Prozentzahlen aller analysierten Artikel (SZ = 152 Artikel, taz = 74 Artikel):

Tabelle 3: Übersicht genannte und direkt zitierte Akteure (SZ = 152 Artikel, taz = 74 Artikel)

Abermals wird deutlich, dass Glyphosat vor allem vor einem politischen Hintergrund dargestellt wird. In beide Zeitungen sind politische Akteure sowohl die meist genannten als auch die meist zitierten Akteure – am Rande sei bemerkt, dass Christian Schmidt in seiner Funktion als Bundeslandwirtschaftsminister der meist genannte und meist zitierte politische Akteur ist. Die taz benennt und zitiert deutlich häufiger politische Akteure als die SZ. Am zweithäufigsten, aber bereits deutlich weniger werden wirtschaftliche Akteure genannt. Vor allem fällt hier die geringe Anzahl an Artikeln auf, die einen wirtschaftlichen Akteur direkt zitieren. Lediglich in 5,2% (SZ) beziehungsweise 9,4% (taz) der Artikel werden wirtschaftliche Akteure wortwörtlich wiedergegeben. Allerdings werden in deutlich weniger Artikeln Expert*innen, Bürger*innen oder Landwirt*innen zitiert. Dies verdeutlicht, dass weder wissenschaftliche Aussagen noch die Perspektive der zuvorderst betroffenen Landwirt*innen einen prominenten Stellenwert in der analysierten Berichterstattung haben. Interessant sind die Befunde zu NGOs. Zwar werden in nur wenigen Artikeln NGOs thematisiert, allerdings fällt die Erfolgsquote für ein direktes Zitat vergleichsweise hoch aus. Folgende NGOs werden in den Artikeln der SZ genannt: Greenpeace (in drei Artikeln), PAN (in drei Artikeln), BUND (in drei Artikeln), Umweltinstitut München (in zwei Artikeln), Global 2000 (in einem Artikel), zudem werden in vier Artikeln „NGOs“ allgemein genannt, ohne ein konkretes Beispiel zu nennen. Direkte Zitate gibt die SZ von Vertreter*innen des BUND (in zwei Artikeln), PAN (in 2 Artikeln) und des Umweltinstitut München (in einem Artikel) wieder. In der taz werden folgende NGOs genannt: BUND (in neun Artikeln), Greenpeace (in vier Artikeln), und in jeweils einem Artikel: Heinrich Böll Stiftung, Global 2000, PAN, Koordination gegen Bayer-Gefahren, Bund für Ökologische Lebensmittel, Friends of the Earth, NABU, Organisation Corporate Europe Observatory und schließlich namentlich Jan Plagge als Vertreter verschiedener Institutionen (hier wird die Verbindung zwischen verschiedenen Akteurstypen erkennbar, in diesem Fall zwischen NGOs und Landwirtschaft). Direkt zitiert werden in der taz folgende NGOs: BUND (in sechs Artikeln), und in jeweils einem Artikel: Greenpeace, Global 2000, Organisation Corporate Europe Observatory, Bund für Ökologische Lebensmittel, Koordination gegen Bayer-Gefahren und abermals Jan Plagge als Vertreter verschiedener Organisationen und Akeurstypen. NGOs sind in der taz der am zweithäufigsten zitierte Akteurstyp.

Insgesamt wird deutlich, dass Glyphosat in der Berichterstattung von SZ und taz ein politisiertes Thema ist. Dies zeigt sich sowohl mit Blick auf die dargestellten Risiken und Nutzen als auch mit Blick auf die thematisierten Akteure. Dabei ist grundsätzlich zu berücksichtigen, dass die Journalist*innen den politischen und zivilgesellschaftlichen Diskurs aufgegriffen haben, ob Glyphosat hinsichtlich festgestellter Gefahren und (toxikologischer) Risiken neu regulativ bewertet werden muss oder nicht. Diese Bewertung hat per Gesetz unabhängig von einer Nutzenbewertung zu erfolgen. Der politisch-regulative Status quo von Glyphosat war damit Anlass für die Berichterstattung. Gleichsam zeigt sich, dass Journalist*innen das Thema spezifisch gerahmt haben. So überwiegt in beiden Tageszeitungen die Problematisierung von Risiken (gegenüber Nutzen). Allerdings sind die unterschiedlichen Verständnisse von Risiko zu beachten. Risiko meint hier nicht das toxikologische Risiko von Glyphosat, sondern referiert auf allgemeine Risiken. Tatsächlich stehen weder gesundheitliche noch Umweltrisiken im Vordergrund, sondern der Fokus liegt auf dem politischen Disput (politisches Risiko). Vor allem die unterschiedlichen Positionen von Christian Schmidt und Barbara Hendricks sowie der Alleingang des damaligen Landwirtschaftsministers bilden die Hauptproblematik in den analysierten Artikeln. Christian Schmidt hatte 2017 bei der Abstimmung in der EU für eine weitere Genehmigung von Glyphosat gestimmt. Dies war illegitim, da das deutsche Umweltministerium gegen die Genehmigung war und sich Deutschland in dieser „Pattsituation“ (ein zuständiges Ministerium war für, ein zuständiges Ministerium war gegen die Genehmigung) daher bei der Abstimmung hätte enthalten müssen. Journalist*innen haben schließlich sowohl Glyphosat als kontroverses Mittel als auch die politischen Entwicklungen im Zusammenhang mit der weiteren Genehmigung kritisch beleuchtet. Dies entspricht mithin dem Anspruch an Journalist*innen kritisch zu berichten, schließlich hat der Journalismus eine Kritik- und Kontrollfunktion (vgl. Donges/Jarren 2017).

Abschließend sei angemerkt, dass die hier präsentierten Daten Auszüge aus einem noch laufenden Forschungsprojekt zur Darstellung von Glyphosat in der Deutschen und US-Amerikanischen Presse sind. Bei weiteren Fragen steht die Autorin sehr gerne Rede und Antwort.

 

(Martha Kuhnhenn)

Die Verantwortung für den Inhalt des Artikels liegt bei der Autorin. Ein besonderer Dank geht an Susanne Smolka und Tamara Gripp von PAN Germany.

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Benbrook, Charles M. (2016): Trends in Glyphosate Herbicide Use in the United States and Globally. Environmental Sciences Europe 28(3), S. 1-15.

Bundesinstitut für Risikobewertung BfR (2019): Neue Meta-Analyse zu glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln ändert die Bewertung des Wirkstoffs nicht. DOI 10.17590/20190402-10482. https://www.bfr.bund.de/cm/343/neue-meta-analyse-zu-glyphosathaltigen-pflanzenschutzmitteln-aendert-die-bewertung-des-wirkstoffs-nicht.pdf [11.06.2019]

Clausing, Peter (2017): Krebsgefahr durch Glyphosat: Der „Weight of Evidence Approach“ des BfR In: Umwelt – Hygiene – Arbeitsmed 22 (1), S. 27-34.

Donges, Patrick/Jarren, Otfried (2017): Politische Kommunikation in der Mediengesellschaft. Wiesbaden: Springer.

European Chemicals Agency ECHA (2017): https://echa.europa.eu/-/glyphosate-not-classified-as-a-carcinogen-by-echa [11.06.2019]

Entman, Robert (1993): Framing. Toward Clarification of a Fractured Paradigm. Journal of Communication 43(4), S. 51-58.

Gamson, William A./Modigliani, Andre (1989): Media Discourse and Public Opinion on Nuclear Power: A Constructionist Approach. American Journal of Sociology 95(1), S. 1-37.

Gerhards, Jürgen/Neidhardt, Friedhelm (1990): Strukturen und Funktionen moderner Öffentlichkeit. Fragestellungen und Ansätze, WZB Discussion Paper, No. FS III, S. 90-101.

International Agency for Research on Cancer IARC (2015): IARC Monograph on Glyphosate https://www.iarc.fr/featured-news/media-centre-iarc-news-glyphosate/ [08.08.2019]

Massing, Peter (2015): Politische Stiftungen. https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/politische-bildung/193401/politische-stiftungen?p=all [06.08.2019]

Schmidt, Andreas/Schäfer, Mike (2015): Constructions of Climate Justice in German, Indian and US media. In: Climatic Change 133, S. 535–549.

Statista (2019): Überregionale Tageszeitungen in Deutschland nach verkaufter Auflage im 1. Quartal 2019. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/73448/umfrage/auflage-der-ueberregionalen-tageszeitungen/ [11.06.2019]

Tuchman, Gaye (1978). Making news: A Study in the Construction of Reality. New York: Free Press.




PAN – Spot: Insektenschwund durch Pestizide

Die Insekten werden immer weniger. Laut aktuellen Studien beläuft sich der Verlust der Insektenbiomasse auf bis zu 80 % in den vergangenen 30 Jahren. Ob Käfer, Fliege oder Biene – sie alle sind betroffen. Der Einsatz von Pestiziden trägt maßgeblich dazu bei. Der Spot „Insektenschwund und Pestizide“ von PAN Germany, veranschaulicht die fatalen Folgen des Pestizideinsatzes für die biologische Vielfalt.

 

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Faltblatt: Pestizide - Eine Gefahr für Insekten und die biologische Vielfalt

Datum: 25. Mai 2018 902.92 KB

Biologische Vielfalt bedeutet Lebensraumvielfalt, Artenvielfalt und genetische Vielfalt. Bestäuber-Insekten...

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PAN Germany Pestizid-Brief 1 - 2017: Artensterben im Agrarland und auf unseren Äckern

Datum: 7. Februar 2017 563.87 KB

Die biologische Vielfalt nimmt in den agrarisch geprägten Landschaften dramatisch ab, obwohl sich Deutschland...




¡Maíz! – oder wer regiert die Welt?

Mit einem vielfältigen Angebot aus Workshops und der Performance des kollektiv tonalli zu den Themen Mais, Mexiko und globale Märkte fand am 27.04.2018 der Thementag ¡Maíz! – oder wer ernährt die Welt? in Hamburg statt. Zum Abschluss des Thementages wurde die Frage in einer Podiumsdiskussion mit Referenten aus den Fachbereichen Ernährungssouveränität, Menschenrechtsverletzungen, politischer Intervention, Nachhaltigkeitsbildung und Umweltforschung erörtert.

Der TV-Sender TIDE war vor Ort und macht es für alle, die nicht an dieser Veranstaltung teilnehmen konnten, möglich, sowohl die Performance als auch die Podiumsdiskussion digital zuerleben. Die Sendung wird am Sonntag, 03.06.2018, um 21:00 Uhr (Programm TIDE) zum zweiten Mal ausgestrahlt und ist jeder Zeit auf Youtube unter https://www.youtube.com/user/TIDETVhamburg/videos verfügbar.

Diese Veranstaltung wurde in Kooperation der W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik / Projekt Generation Global, Romerotage, Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany), Agrar Koordination, Amnesty International (CASA), Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit und treemedia e.V. realisiert.

 




BAYER & Syngenta scheitern mit Klage gegen Anwendungsbeschränkungen

Mit seinem heutigen Urteil weist das Gericht die Klagen von Bayer und Syngenta, die die Neonikotinoide Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid betreffen, in vollem Umfang ab. Das Gericht der EU stellt damit die Gültigkeit der 2013 erlassenen Beschränkungen fest, die wegen der von diesen Pestiziden ausgehenden Gefahren für Bienen eingeführt worden waren.

Bezüglich des ebenfalls hoch bienengefährlichen Wirkstoffs Fipronil fiel ein weiteres Urteil heute zweigeteilt aus: Hier erklärte das Gericht in seinem Urteil die Durchführungsverordnung Nr. 781/2013 für nichtig und begründetet dies mit einer fehlenden Folgeabschätzung „für die verschiedenen beteiligten Interessen“. Die Klage von BASF gegen das seit März 2014 bestehende Verbot mit Fipronil behandeltes Saatgut zu verwenden und in Verkehr zu bringen, wies das Gericht hingegen ab. Für Bienen und andere Insekten dürfte dieses Urteil weniger relevant sein: Fipronil hat am 30. September 2017 seine Genehmigung in der EU verloren.

Der Bayer-Konzern, der in der Union Imidacloprid und Clothianidin herstellt und vertreibt, der Syngenta-Konzern, der Thiamethoxam (sowie behandeltes Saatgut) herstellt und vertreibt, und der BASF-Konzern, der Fipronil herstellt und vertreibt, hatten beim Gericht der Europäischen Union Klage auf Nichtigerklärung dieser Verbote und Beschränkungen erhoben. Syngenta hatte zudem Schadensersatz in Höhe von mindestens 367,9 Millionen Euro beantragt.

Urteil des Gerichts der EU vom 17.5.2018




Größtes Hindernis der Agrarökologie ist die Agrar-Industrie

Diese Woche veranstaltet die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) das zweite globale Symposium zum Thema Agrarökologie in Rom (Italien). Das internationale Pesticide Action Network (PAN International) ist mit 10 VertreterInnen aus den 5 PAN-Regionalzentren Afrika, Asien-Pazifik, Lateinamerika, Europa und Nordamerika vor Ort.

Für PAN International ist Agrarökologie der Schlüssel für die Zukunft der Landwirtschaft. Weltweit werden Menschen – LandarbeiterInnen, BäuerInnen, Familien in ländlichen Gebieten und indigene Gemeinschaften – durch gefährliche Pestizide geschädigt, deren Einsatz die Grundlage der heutigen industriellen Ernährung und hoch-chemischen Landwirtschaft bilden.

Während des Plenums verwies Dr. Marcia Ishii-Eiteman (PAN Nordamerika) im Namen von PAN International in ihrem Statement darauf, dass das größte Hindernis für die Entwicklung der Agrarökologie der Einfluss und die enorme Macht transnationaler Pestizid- und Saatgutkonzerne auf Gesetzgebung, Forschung und Märkte sind. Sie blockieren oder untergraben die Agrarökologie oder sie versuchen, die Agrarökologie zu kooptieren und ihren ökonomischen Interessen unterzuordnen.

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PAN Statement FAO AE Symposium 4 April 2018 368.86 KB 109 downloads

The UN Food and Agriculture Organization (FAO) is hosting the 2nd Global Symposium...




PAN Statement FAO AE Symposium 4 April 2018

The UN Food and Agriculture Organization (FAO) is hosting the 2nd Global Symposium on Agroecology this week in Rome, Italy. Pesticide Action Network (PAN) International has 10 delegates from nine countries at the Rome meeting, with all five PAN Regional Centers represented (Africa, Asia Pacific, Latin America, Europe and North America).