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Verbot gefährlicher Pestizide längst überfällig

Hamburg, 30.06.2022. Pressemitteilung. In Deutschland werden noch immer 35 Pestizide in rund 310 Mitteln vermarktet, die offiziell als besonders gefährlich eingestuft werden und eigentlich längst durch weniger problematische Methoden oder Mittel hätten ersetzt werden sollen, kritisiert das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany).

EU-Mitgliedstaaten sind bereits seit 2011 gesetzlich verpflichtet, diese als „Substitutionskandidaten“ (CfS) bezeichneten besonders problematischen Pestizide schrittweise vom Markt zu nehmen. Da dies faktisch nicht umgesetzt wurde, hat nun die EU-Kommission in ihrem gerade veröffentlichten Entwurf für eine Pestizidreduktions-Verordnung [1] ein klares Zeitziel vorgegeben: Bis 2030 muss der Einsatz dieser besonders gefährlichen Pestizide um mindestens 50 Prozent reduziert werden.

„Wir begrüßen, dass die EU endlich Druck macht und verbindlich einfordert, was eigentlich nach geltendem Recht schon seit 10 Jahren erfolgen sollte. Die Bundesregierung sollte jetzt vorangehen, und unverzüglich damit anfangen, diese für die Gesundheit der Menschen und für die Umwelt besonders problematischen Pestizide zügig vom Markt zu nehmen. Dieser Schritt ist auch zentral, um die im Koalitionsvertrag angekündigte Pestizidreduktion und ökologische Transformation der Landwirtschaft voranzubringen“ sagt Susanne Smolka, Pestizidexpertin bei PAN Germany.

Momentan sind 55 Pestizidwirkstoffe als Substitutionskandidaten in der EU gelistet. 35 dieser 55 Wirkstoffe sind derzeit in Deutschland in zugelassenen Spritzmitteln auf dem Markt. PAN Europe hat 12 der 55 Substitutionskandidaten als besonders gefährlich identifiziert. 11 von ihnen sind in Deutschland im Einsatz, darunter beispielsweise das reproduktionstoxische Fungizid Ipconazole, das giftige und umweltgefährliche Insektizid Lambda-Cyhalothrin oder das Herbizid Chlortoluron, das nicht nur umweltgefährlich, sondern auch wahrscheinlich hormonschädlich ist, und dennoch sogar in Mitteln für Laien im Haus-und Kleingarten erlaubt ist. Die Anzahl an Rückständen dieser besonders gefährlichen Pestizidwirkstoffe in Obst und Gemüse hat in den letzten zehn Jahren dramatisch zugenommen [2].

Susanne Smolka, Pestizidexpertin bei PAN Germany sagt: „Es ist unverantwortlich, wie wenig Engagement bislang besteht, zumindest die gefährlichsten Pestizide zum Schutz der Landwirt*innen und Verbraucher*innen sowie für den Schutz der Biodiversität aus dem Verkehr zu ziehen. Alternativen gibt es! Was wir brauchen ist mehr Prävention im Pflanzenbau und mehr Engagement für einen echten integrierten Pflanzenschutz und einen beschleunigten Ausbau des Ökolandbaus.“

PAN Germany fordert mit weiteren Mitgliedsorganisationen von PAN Europe in der Kampagne „Toxic12“ ein direktes Verbot der 12 giftigsten Substitutionskandidaten und einen vollständigen Ausstieg aus der Verwendung aller gelisteten 55 Pestizide bis 2030 [3].

Am 22. Juni 2022 legte die EU-Kommission den Entwurf einer Verordnung zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln – die „Sustainable Use Regulation“ vor. Diese legt die Ziele der Farm-to-Fork-

Strategie und Maßnahmen zu deren Umsetzung verbindlich fest. Demnach soll der Einsatz und das Risiko von Pestiziden bis 2030 halbiert werden, ebenso die Verwendung von besonders gefährlichen Pestiziden, den Substitutionskandidaten. Die Verhandlungen im EU-Rat und im Europaparlament haben jetzt begonnen. PAN Germany und andere NGOs sehen Nachbesserungsbedarf und erwarten hier klare Positionen und Engagement von der Bundesregierung.

 

[1] Presseerklärung der EU Kommission v. 22.06.2022 und Proposal for a
REGULATION OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCILon the sustainable use of plant protection products and amending Regulation (EU) 2021/2115

[2] PAN-Europe Bericht „Forbidden Fruit“

[3] PAN-Kampagne: www.toxic12.eu

 

Kontakt:

Susanne Smolka
Susanne.smolka@pan-germany.org
Tele.: +49 1767 85 87 727




Dokumentation: Tierarzneimittel im Spannungsfeld zwischen Gesundheits-, Tier- und Umweltschutz

Arzneimittel sind eine wichtige Errungenschaft zur Behandlung von Infektionskrankheiten – bei Menschen und Tieren. Aber Tierarzneimittel werden in der Tierproduktion zum Teil missbräuchlich eingesetzt, um die Folgen mangelhafter Praktiken zu kompensieren. Wenn sie in die Umwelt gelangen, können sie Organismen und Ökosysteme gefährden. Außerdem trägt der Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung zum Problem der Resistenzbildung bei, von dem auch die menschliche Gesundheit betroffen ist.

Seit dem 28.01.2022 gelten durch die EU-Tierarzneimittelverordnung und das deutsche Tierarzneimittelgesetz neue Vorgaben. Unter anderem dürfen antimikrobielle Mittel nicht mehr als Kompensation für mangelnde Hygiene oder schlechtes Betriebsmanagement eingesetzt werden. Der Verkauf von Antimikrobiotika (u.a. Antibiotika) für Nutztiere im Stall und in der Aquakultur soll bis 2030 um 50 % gesenkt werden. Weitere Verschärfungen betreffen Arzneimittel, die besonders umweltgefährlich sind.

Um die neuen Rechtsvorgaben einzuhalten, braucht es systemische Veränderungen in der Tierproduktion hin zu einem gesundheitsorientierten System, das die Erhaltung der Gesundheit von Tieren, Menschen und Umwelt in den Mittelpunkt stellt und eine verantwortungsvolle Verwendung von Tierarzneimitteln ermöglicht.

Wie sieht ein gesundheitsorientiertes System aus? Wie sehen alternative Konzepte für die Tierhaltung aus? Wie kann eine Haltungskennzeichnung sinnvoll gestaltet werden? Diese Fragen hat PAN Germany in einem Mittagstalk aufgegriffen.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist online verfügbar (Video).
Die Fachvorträge stehen zusammengefasst in einer (PDF-Datei) zum Download bereit.

Inputs:

Mehr Umwelt-, Gesundheits- und Tierschutz – Wie kann eine gesundheitsorientierte Transformation gelingen?
Tamara Gripp, Referentin für Landwirtschaft und Umwelt bei PAN Germany

Ergebnisse zum Tierwohl aus dem MuD-Projekt „Hühnermast im Mobilstall“
Sandra Kronenberg, Fachhochschule Südwestfalen, FB Agrarwirtschaft, Soest

Gesetzlich verpflichtende Haltungskennzeichnung – das Instrument für Transparenz und für den Wandel hin zu einer wertschätzenden Form der Tierhaltung
Anne Hamester, Fachreferentin für Nutztiere bei PROVIEH

 

Gemeinsamer Bericht von Healthcare without harm (HCWH) Europe und PAN Germany

Dokumentation Mittagstalk „Tierarzneimittel im Spannungsfeld zwischen Gesundheits-, Tier- und Umweltschutz“




Pestizid-Abdrift: Antworten auf häufig gestellte Fragen

Im konventionellen Anbau von Obst, Gemüse und Getreide werden regelmäßig chemisch-synthetische Pestizide eingesetzt. Bei der Ausbringung von Pestiziden kann es dazu kommen, dass feiner Sprühnebel verweht wird. Spritzmittel gelangen so auf benachbarte Flächen, auf Felder, in Gärten, Gewässer und Gehölze.

Immer wieder melden sich betroffene Menschen bei PAN Germany und berichten über gesundheitliche Beeinträchtigungen, über Schäden an Wild- oder Gartenpflanzen und über das Gefühl, der Pestizid-Abdrift hilflos ausgeliefert zu sein.

Um Betroffenen eine Hilfestellung zu bieten, hat PAN Germany wichtige Informationen zu Abdrift zusammengetragen.

Darin finden Betroffene unter anderem Antworten auf die Fragen:

  • Was tun bei akuten Vergiftungssymptomen oder gesundheitlichen Beschwerden in Folge eines Pestizid-Kontaktes?
  • Welche Behörden sind zuständig in Fällen erlittener Pestizid-Abdrift?
  • Welche gesetzlichen Regelungen gelten für die Anwendung von Pestiziden?

Die 4-Seitige Information „Pestizid-Abdrift: Antworten auf häufig gestellte Fragen“ können Sie sich hier herunterladen.

Aktiv werden – Abdrift melden!

Sollten Sie von Abdrift betroffen sein,  können Sie Ihren Abdrift-Fall (auch anonym) über unseren Abdrift-Meldebogen schildern. Die Meldung bei PAN ist keine offizielle Meldung an eine Behörde. PAN Germany dokumentiert Fälle und nutzt die Angaben, um auf das Problem der Pestizid-Abdrift aufmerksam zu machen und Maßnahmen zu einem besseren Schutz von Betroffenen und der Umwelt vor Pestizid-Abdrift auf politischer Ebene einzufordern.

Hier Abdrift online melden mit dem PAN Germany Meldebogen




Zunehmende Belastung von Obst und Gemüse mit besonders bedenklichen Pestiziden

Mit einem heute veröffentlichtem Bericht „Forbidden Fruit“ von PAN Europe startet die neue gemeinsame Kampagne „Toxic Twelve“ von PAN Gruppen in Europa, an der auch PAN Germany beteiligt ist.

Der Bericht zum Kampagnenstart nimmt gezielt Rückstände von besonders gefährlichen Pestiziden in europäischen Lebensmitteln unter die Lupe. Die vom Gesetzgeber unter der Bezeichnung „Substitutionskandidaten“ zusammengefassten besonders bedenklichen Wirkstoffe, sollen nach den Regelungen der Pestizidzulassungs-Verordnung von 2009 schrittweise aus der Verwendung genommen werden, sofern Alternativen – chemische oder nicht-chemische – für sie zur Verfügung stehen. Die Einführung des „Substitutionsprinzips“ in die Gesetzgebung (später auch für Biozide eingeführt) galt als ein großer Schritt hin zu besseren Schutzstandards für Mensch und Umwelt und als ein Baustein auf dem Weg hin zu einer ökologischeren und nachhaltigeren Landwirtschaft in der EU.

Nach mehr als zehn Jahren stellt PAN die Frage: Wie erfolgreich ist das Substitutions- Konzept? Ein Blick in den PAN Europe Bericht zeigt: Anstatt eine zu erwartende Abnahme an Rückständen dieser besonders gefährlichen Pestizide, wird sogar eine Zunahme bei europäischem Obst und Gemüse festgestellt. Analysiert wurden die derzeit 55 Substitutionskandidaten und deren Rückstandsfunde im Zeitraum von 2011 bis 2019. Die Rückstandsfunde stiegen in dem genannten Zeitraum beispielsweise bei Kirschen von 22% auf 50% und bei Birnen von 25% auf 47%. Der Anteil an Substitutionskandidaten insgesamt lag 2019 um 8,8% höher als in den Überwachungsjahren 2015 – 2017. Ein Fünftel der gesammelten Proben von 2019 war mit diesen besonders gefährlichen Pestiziden belastet. Fazit: Das Substitutionsprinzip wurde in der Praxis nicht umgesetzt, auf Kosten des Verbraucherschutzes.

Die zunehmende Belastung läuft dem Ziel der europäischen „Farm-to-Fork“-Strategie zur Reduzierung von Pestiziden entgegen, die genau für diese Pestizidgruppe eine Mengenreduktion um 50% bis 2030 fordert, kritisiert PAN Europe in ihrer heutigen Pressemitteilung.

PAN Europe und seine Mitgliedsorganisationen – darunter PAN Germany – fordern in der neuen Kampagne „Toxic Twelve“ ein direktes Verbot der 12 giftigsten Substitutionskandidaten und einen vollständigen Ausstieg aus der Verwendung aller gelisteten 55 Substitutionskandidaten bis 2030. Des Weiteren wird eine Überarbeitung der Regelungen für die „vergleichende Bewertung“ zwischen Substitutionskandidat und Alternativen gefordert, sowie mehr Transparenz bei diesem Bewertungsverfahren, das in der Verantwortung der Mitgliedstaaten liegt.

Den PAN Europe Bericht „Forbidden Fruit“ finden Sie hier.

Die PAN Europe Pressemitteilung (de) finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über die Kampagne: www.toxic12.eu.




Entscheidung über Glyphosat um ein Jahr verschoben. Belastungen gehen weiter.

Die Genehmigung für Glyphosat läuft bekanntlich am 15.12.2022 aus. Eigentlich sollten die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten bis Ende 2022 über ein Verbot oder die Verlängerung der Genehmigung des umstrittenen Herbizidwirkstoffes entscheiden. Doch am 10. Mai kündigte die zuständige Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) an, ihren Abschluss des Bewertungsverfahrens über die Wiedergenehmigung von Glyphosat auf Mitte 2023 zu verschieben. Die Conclusion der EFSA – die abschließende Einschätzung – ist die Grundlage für die Entscheidung über die Zukunft von Glyphosat. Mit der Verzögerung ist nun mit einer Verlängerung der laufenden Genehmigung zu rechnen, ungeachtet der bestehenden und neu eingereichten Dokumente zur erbgutschädigenden und krebserregenden Wirkung des Herbizids und seiner inakzeptablen negativen Auswirkungen auf die Umwelt. PAN sieht darin einen Blankoscheck für ein weiteres Jahr Belastung der EU-Bürger*innen und ihrer Umwelt.

Die EFSA begründet ihren Schritt, den Zeitplan zu verschieben, mit den vielen im Rahmen der öffentlichen Konsultation (wir berichteten) eingereichten zusätzlichen Studien und Fragen, die vor der Entscheidung über eine Wiedergenehmigung des umstrittenen Unkrautvernichters berücksichtigt werden müssen.

Die Studien der Industrie, die 2017 zur Wiederzulassung von Glyphosat führten, waren lange Zeit geheim, mussten aber nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs offengelegt werden. Dadurch wurde es u. a. möglich, die Studien der Industrie zur Gentoxizität (Erbgutschädigung) im Original einzusehen. Prof. Siegfried Knasmüller und Dr. Armen Nersesyan vom Zentrum für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien unterzogen diese Studien einer kritischen Prüfung und kamen zu der Schlussfolgerung, dass von den 53 Industrie-Studien nur zwei als „wissenschaftlich zuverlässig eingestuft werden konnten, während 34 Studien als „unzuverlässig“ und 17 Studien als „teilweise zuverlässig“ eingestuft wurden. Dies ist nur ein Beispiel dafür, auf welch tönernen Füßen die Glyphosat-Bewertung der Behörden steht.

Zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter PAN Germany und PAN Europe, hatten im Rahmen der öffentlichen Konsultation Ende 2021 Hunderte unabhängiger wissenschaftlicher Veröffentlichungen bei der EFSA eingereicht. Die unabhängigen Studien belegen, dass Glyphosat unannehmbare Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt birgt und die Kriterien für eine erneute Genehmigung nicht erfüllen kann. Die PAN Europe Presseinformation vom 11.5.22 enthält zahlreiche Links zu unabhängigen Studien zum Thema Glyphosat und Krebsrisiken, Auswirkungen auf die menschliche Entwicklung, die Fortpflanzung und das Hormonsystem, neurotoxische Wirkungen, Risiken für nützliche Insekten und Amphibien etc.

 




EU-Bürgerinitiative fordert verbindliche Pestizidreduktion in Deutschland und Europa

Die erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ fordert in einem aktuellen Brief an die Bundesregierung, angesichts der Ukrainekrise an dem Ziel festzuhalten, den Pestizideinsatz in Europa bis ins Jahr 2030 zu halbieren.

PRESSEMITTEILUNG [Berlin/Hamburg, 11.05.2022]  Vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs drohen aktuell bereits beschlossene Klima- und Umweltziele in Europa wieder in Frage gestellt zu werden. Die deutschen Vertreter*innen der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) „Bienen und Bauern retten“ appellieren deshalb in einem heute veröffentlichten Brief an die deutsche Bundesregierung, sich auch weiterhin für das Ziel einer verbindlichen Pestizidreduktion in Europa stark zu machen.

Die Bürgerinitiative begrüßt ausdrücklich die bisherige Haltung von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und Bundesumweltministerin Steffi Lemke, die Ukrainekrise nicht gegen die Krisen des Artensterbens und des Klimawandels auszuspielen. Die Folgen des Ukrainekriegs zeigen umso mehr auf, wie wichtig es ist, auch in der Landwirtschaft externe, fossile Abhängigkeiten zu minimieren. Pestizidreduktion ist ein wichtiger Schritt hin zu einer widerstandsfähigeren Landwirtschaft, die gesunde Böden, sauberes Wasser und eine biologische Vielfalt gewährleistet und somit für langfristige Ernährungssicherheit und Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen sorgt.

Vereinbarte Ziele nicht verwässern!

Die EU-Kommission hatte zuletzt die Veröffentlichung eines Verordnungsentwurfs zur Überarbeitung der Europäischen Pestizidgesetzgebung um mehrere Monate verschoben. Diese lang erwartete Verordnung soll unter anderem das von der Kommission in der Farm-to-Fork-Strategie und der Biodiversitätsstrategie festgeschriebene Ziel, den Pestizideinsatz in Europa bis 2030 zu halbieren, für alle EU-Mitgliedsstaaten rechtsverbindlich machen. Der Verordnungsentwurf soll nun voraussichtlich am 22. Juni 2022 veröffentlicht werden. Die Bürgerinitiative warnt allerdings davor, dass der Entwurf bis dahin noch verwässert werden könnte. Sie fordern die Bundesregierung dazu auf, sich für einen im Sinne des europäischen Green Deals starken Entwurf einzusetzen und sich weiteren Verzögerungen bei der Revision der Richtlinie über die nachhaltige Verwendung von Pestiziden (SUD) deutlich entgegenzustellen.

Bislang wurde die nachhaltige Verwendung von Pestiziden durch die EU-Richtlinie SUD von 2009 (Sustainable Use of Pesticides Directive) geregelt. Diese wurde jedoch von den Mitgliedsländern nie richtig umgesetzt und gilt als gescheitert. Der Gesamtverbrauch von Pestiziden ist in Europa nicht zurückgegangen und viele besonders gefährliche Pestizide sind noch immer im Einsatz. Die EU- Landwirtschaft ist nach wie vor in hohem Maße abhängig von chemisch-synthetischen Pestiziden und der größte Pestizidverbraucher weltweit. Daher ist eine verbindliche Verordnung zur Pestizidreduktion jetzt umso wichtiger, so die Unterzeichner*innen des offenen Briefes.

Zeitgleich wurden auch in mehreren anderen europäischen Ländern ähnliche Briefe von Vertreter*innen der Bürgerinitiative an ihre nationalen Regierungen geschrieben.

Hier können Sie den offenen Brief in voller Länge nachlesen.

Hintergrund: Die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ hat erfolgreich 1,16 Millionen Unterschriften gesammelt und ist damit die europaweit siebte erfolgreiche Initiative dieser Art. Sie wird von über 250 europäischen Organisationen der Zivilgesellschaft mitgetragen. Rund 450.000 der gesammelten Unterschriften kommen aus Deutschland. Die Initiative fordert von der EU-Kommission einen schrittweisen Ausstieg aus dem Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide bis 2035, Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt und mehr Unterstützung der Bäuerinnen und Bauern beim Umstieg auf eine pestizidfreie, ökologische Landwirtschaft.

Mehr Infos unter: www.bienenundbauernretten.de

Ansprechpartner:

  • Florian Amrhein (Leitung Presse- & Öffentlichkeitsarbeit), Aurelia Stiftung: florian.amrhein@aurelia-stiftung.de  •  Tel.: +49 (0)30 577 00 39 66  •  Mobil: +49 (0)176 34 51 52 07
  • Susanne Smolka (Fachreferentin Pestizide, Biozide), Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany): susanne.smolka@pan-germany.org  •  Tel.: +49 (0)40 399 19 10-24

 

 




Veranstaltungsreihe – Pestizidreduktion und Alternativen im Pflanzenschutz

Eine Reduktion des Risikos und Einsatzes chemisch-synthetischer Pestizide um 50 Prozent bis 2030 ist erklärtes Ziel des Europäischen Green Deals. Deutschland unterstützt dieses Ziel und strebt laut Koalitionsvertrag eine “deutliche Verringerung” von Pestiziden an.
Wie kann das gelingen? Was sind die aktuellen politischen Rahmenbedingungen? Welche Praxis-Beispiele gibt es für wirksame Alternativen im Pflanzenschutz und Schädlingsmanagement? Wo sind Schwierigkeiten zu überwinden, wo ist weitere Unterstützung notwendig?

Mit der Veranstaltungsreihe „Mittags-Dialoge: Pestizidreduktion und Alternativen im Pflanzenschutz“ möchte PAN Germany das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten, den Dialog über Möglichkeiten zur Pestizidreduktion befördern und alternative Pflanzenschutzverfahren diskutieren. In einem kompakten Online-Format werden Expert*innen themenspezifisch ihr Fach- und Praxiswissen weitergeben und die Fragen der Teilnehmenden beantworten. Alle Veranstaltungen werden aufgezeichnet und von einem Graphic recording begleitet.

Die Veranstaltungsreihe richtet sich an Interessierte und Fachleute aus den Bereichen Landwirtschaft und Umwelt- und Naturschutz.

Anmeldung zur Veranstaltungsreihe
Bitte melden Sie sich zur gesamten Reihe an, auch wenn Sie nur an einzelnen Dialogen teilnehmen werden.

Mittags-Dialog 1 / Mittwoch 13. April / 12:00 bis 13:00 Uhr *

Quo Vadis Pestizidpolitik? – Was sind die notwendigen Schritte auf Bundes- und EU-Ebene zur Reduktion?

Weltweit sind Pestizide Treiber des Artenverlustes, sie belasten die Umwelt und die menschliche Gesundheit. Mit der Reduktion des Einsatzes chemisch-synthetischer Pestizide um 50% bis 2030 hat die Europäischen Union ein klares Ziel gesetzt. Deutschland will das Ziel unterstützen. Wie ambitioniert sind die Ziele tatsächlich? Reichen die Reduktionsziele, um die Abhängigkeit vom chemischen Pflanzenschutz tatsächlich zu reduzieren? Die Veranstaltung informiert über Gründe und den politischen Rahmen zur angestrebten

Input

  • Susanne Smolka, Referentin für Pestizide / Biozide, PAN Germany
  • Lars Neumeister, Pestizidexperte

Moderation

  • Tom Kurz, Forum Umwelt und Entwicklung

* Die Auftaktveranstaltung zu den Mittagsdialogen fand bereits im Rahmen der Reihe „Chemiepolitische Mittagstalks 2022“ statt

Mittags-Dialog 2 / Dienstag 26. April 2022 / 12:00 bis 13:00 Uhr

Gelbe Pracht und gutes Pflanzenöl – Pestizidreduktion im Rapsanbau

Raps ist eine beliebte Ackerbaukultur, hat eine gute Vorfruchtwirkung in der Fruchtfolge und ist die Haupt-Ölfrucht in Deutschland. Blühende Rapsfelder erfreuen die Menschen und sind beliebte Nahrungsquellen für Bestäuberinsekten. Aber Raps ist auch anfällig für Schädlingsbefall und zählt zu den besonders intensiven Ackerkulturen. Was bedroht die Rapsbestände? Wie lässt sich die Kultur schützen und dennoch Pestizide reduzieren? Welche Alternativen bestehen zum chemisch-synthetischen Pflanzenschutz? Was sind die Herausforderungen in der Praxis?

Input

  • Ralf Udo Ehlers, e-nema Gesellschaft für Biotechnologie und biologischen Pflanzenschutz
  • Paul Schlegel, Ackerbauberater, Bioland Landesverband Ost

Moderation

  • Susan Haffmans, Referentin für Pestizide, PAN Germany

Mittags-Dialog 3 / Mittwoch 4. Mai. 2022 / 12:00 bis 13:00 Uhr

Ackern ohne Glyphosat? / Bewuchsmanagement ohne Herbizide

Der Einsatz von Herbiziden spielt eine zentrale Rolle im konventionellen Anbau. Wohl bekanntester Wirkstoff ist das Totalherbizid Glyphosat. Herbizide im Allgemeinen und Glyphosat im Besonderen haben erheblichen Einfluss auf die Fauna und Flora. Es zeigt sich aber immer deutlicher, dass der Schwund der Biodiversität nur dann zu stoppen ist, wenn auch an und auf konventionellen Flächen Maßnahmen ergriffen werden, um Lebensräume für Insekten und Tiere zu sichern – und diese Lebensräume sind durch Vegetation, durch die Ackerbegleitflora geprägt. Wie können die Interessen der Landwirte nach guten Erträgen ihrer Kulturpflanzen mit den Interessen des Umweltschutzes beim Wildkrautmanagement zusammengebracht werden? Welche Erfahrungen gibt es bereits, ohne Glyphosat & Co zu wirtschaften und welche Innovationen wären weiter zu fördern, damit in weiten Teilen auf  Herbizide im Ackerbau verzichtet werden kann.

Input

  • Ulf Jäckel, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau
  • Jan Wittenberg, Landwirt, Praxisbericht herbizidfreier Ackerbau

Moderation

  • Susan Haffmans, Referentin für Pestizide, PAN Germany

Mittags-Dialog 4 / Mittwoch 11. Mai 2022 / 12:00 bis 13:00 Uhr

Pflanzenschutz und ganzheitliche Landbewirtschaftung – Wie funktioniert Agrarökologie?

Das Grundverständnis von Agrarökologie basiert auf gesunden Böden, ökologischer Schädlingskontrolle und intakten Agrarökosystemen, die auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden verzichten können. Dieser holistische und integrative Ansatz umfasst ökologische Praktiken ebenso wie soziale Prinzipien. In dieser stetig wachsenden gesellschaftlichen Bewegung wird insbesondere auf den Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen und lokalen sowie indigenen Erfahrungen gesetzt. Nicht nur die Welternährungsorganisation (FAO) erkennt Agrarökologie als geeignete Landbewirtschaftung zur Erreichung nachhaltiger Ernährungssouveränität an. Auch die EU-Kommission empfiehlt und fordert die Mitgliedstaaten dazu auf, agrarökologische Praktiken zu unterstützen, um die Abhängigkeit von chemischen Inputs zu verringern und eine dauerhafte Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Wie sieht Agrarökologie in der Praxis aus? Wie wird ohne Pestizide gewirtschaftet? Was fördert die Biodiversität? Was hält den Boden gesund?

Input

  • Edouard van Diem, Permakultur Campus
  • Michael Selinger, Michels Kleinsthof, Bio-Landwirtschaftsbetrieb und Solidarische Landwirtschaft

Moderation

  • Tamara Gripp, Referentin für Landwirtschaft und Umwelt, PAN Germany

Mittags-Dialog 5 / Dienstag 17. Mai 2022 / 12:00 bis 13:00 Uhr

Lieblingsobst Apfel: Pestizidreduktion in einer anspruchsvollen Dauerkultur

Der Apfel ist mit großem Abstand das am meisten geerntete Baumobst in Deutschland. Äpfel zählen zu den beliebtesten Obstsorten bei Jung und Alt, sind aber auch bei Schädlingen sehr beliebt. Pflanzenschutz und Schädlingsmanagement im Obstbau sind anspruchsvoll. Mehltau, Schorf oder Feuerbrand, Apfelwickler, Blattläuse oder Apfelstecher – der Apfelanbau hält einige Herausforderungen bereit. So ist wenig verwunderlich, dass von allen Anbaukulturen in Deutschland, der konventionelle Apfelbau der Pestizid-intensivste ist. Wie lassen sich chemisch-synthetische Pestizide einsparen? Welche vorbeugenden Maßnahmen sind in der Dauerkultur möglich? Was sind positive Effekte für Mensch und Umwelt? Was sind die Herausforderungen? Wie steht es um den politischen Rahmen? Gemeinsam mit Expert*innen aus dem ökologischen Obstbau vertiefen wir dieses spannende Themenfeld.

Input

  • Jutta Kienzle, FÖKO, Koordinatorin des Arbeitsnetzes zur Weiterentwicklung des Öko-Obstbaus
  • Jan Kalbitz, Betriebsleiter, langjährige Erfahrungen mit dem Pflanzenschutz im Öko-Obstbau

Moderation

  • Susan Haffmans, Referentin für Pestizide, PAN Germany

 




Mittagstalk Biozide: Umweltschadstoffe aus Baumaterialien – Aufzeichnung und Dokumentation

Am 31. März 2022 lud PAN Germany zum virtuellen Mittagstalk zum Thema „Umweltschadstoffe aus Baumaterialien – Ein vermeidbares Problem!“ ein.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist jetzt online verfügbar (Video).
Die beiden Fachvorträge stehen zusammengefasst in einer PDF-Datei zum Download bereit.

  • Freisetzung umweltrelevanter Stoffe aus Bauprodukten: Auswaschung durch Regen.
    Dr. Daniel Wicke, Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB)
  • Wie lassen sich Stoffeinträge von Gebäuden in die Umwelt vermeiden?
    Prof. Dr. Michael Burkhardt, Ostschweizer Fachhochschule (OST), Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik (UMTEC)

Zum Hintergrund:

Biozide kommen in Baumaterialien wie Fassadenfarben, Außenputze oder Dachbahnen zum Einsatz. Sie dienen dem Materialschutz und sollen den Bewuchs unerwünschter Algen und Pilze verhindern. Pestizide sollen die Durchwurzelung von Dichtungsbahnen hemmen. Neben diesen gewünschten Wirkungen haben Biozide und andere Schadstoffe aus Baumaterialien für die Umwelt problematische Auswirkungen.

Verantwortliche bei der Stadtplanung, Expert*innen beim kommunalen Bauen & Sanieren, Architekten, private „Häuslebauer“ und Interessierte, die Schadstoffe beim Bauen vermeiden möchten, erfuhren in dem einstündigen Mittagstalk mehr darüber, welche Schadstoffe aus Gebäuden in Böden und Gewässer freigesetzt werden und wie ein schadstoffarmes Bauen funktionieren kann.

Aus erster Hand wurden die Ergebnisse einer aktuell abgeschlossenen Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes von beteiligten Wissenschaftlern präsentiert.
Dr. Daniel Wicke vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin erläuterte die Befunde aus zwei Berliner Neubaugebieten, die zum Teil erhebliche Schadstoffeinträge in die Umwelt über den Regenwasserabfluss von Fassaden und Dächern belegen.
Prof. Dr. Michael Burkhardt vom Institut für Umwelt und Verfahrenstechnik in der Schweiz gab praktische Empfehlungen, mit welchen Maßnahmen die Schadstofffreisetzung minimiert werden kann.

Fazit der Studie: Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Umwelteintrag der Schadstoffe um mehr als 90 Prozent reduziert werden könnte. Die zentrale Empfehlung aus dem Mittagstalk ist daher, die Umweltbelange bereits in einer frühen Phase der Bauplanung zu berücksichtigen und biozidfreie und schadstoffarme Baumaterialien zu bevorzugen.

 




„Blauer Engel“ für biozidfreie Antifoulings

Das neue Umweltzeichen „Blauer Engel“ für Antifoulings sendet ein klares Signal an Verbraucher*innen, bei der Pflege ihrer Sportboote umweltverträgliche Produkte zu wählen und einzusetzen.

Es ist immer noch die Regel, dass Bootseigner im Frühjahr die Beschichtungen ihrer Bootsrümpfe mit biozidhaltigen Antifoulinganstrichen erneuern, um dem Bewuchs mit Wasserorganismen wie Algen, Seepocken oder Muscheln in der Saison vorzubeugen. Das Problem: Die Anstriche enthalten giftige Biozide. Damit sie wirken können, werden die giftigen Biozidwirkstoffe kontinuierlich aus den Farben freigesetzt, also bioverfügbar gemacht. Die Konsequenz ist eine ständige Gewässerbelastung, durch die auch Wasserlebewesen Schaden nehmen können. Da die Wirkstoffe sich schnell in die Gewässer „auswaschen“, wird im darauffolgenden oder spätestens übernächstem Jahr wieder nachgestrichen und so gelangen die Chemikalien erneut in die Gewässer.

Seit langem weist PAN Germany auf diese Problematik der beabsichtigten und zumeist vermeidbaren Gewässerverschmutzung hin (s. Informationen unter „Antifoulings“). Viele Expert*innen sind der Auffassung, dass in den meisten Gewässern biozidhaltige Beschichtungen bzw. Anstriche gar nicht notwendig sind und umweltschonendere Alternativen ihren Zweck erfüllen. In zahlreichen Gesprächen mit Sportbootseignern und den Verbänden zeigte sich allerdings immer wieder eine große Skepsis gegenüber biozidfreien Bewuchsschutz-Alternativen. Als häufigster Grund wurde die unklare Wirksamkeit der nicht-chemischen Verfahren genannt.

Dieses Argument ist hoffentlich bald keins mehr. Denn Anfang Dezember 2021 hat die Jury für Umweltzeichen die Einführung eines Umweltsiegels für Unterwasserbeschichtungen und andere Bewuchsschutzsysteme (DE-UZ 221) beschlossen, wie das Umweltbundesamt am 21. März 2022 in einer Mitteilung bekannt gab. Entscheidend ist dabei, dass zur Vergabe des „Blauen Engels“ die so gekennzeichneten Produkte nicht nur schadstoffarm und umweltverträglich sein müssen, sondern auch nachweislich vor Bewuchs schützen müssen.

PAN Germany hatte sich bei den Fachgesprächen zur Ausarbeitung der Vergabekriterien eingebracht und begrüßt ausdrücklich das neue Umweltzeichen. Mit dessen Einführung stehen für Verbraucher*innen hoffentlich bald umweltschonende Bewuchsschutzverfahren zur Verfügung, die als solche klar zu erkennen und deren wirksamer Schutz, aber auch deren bessere Umweltverträglichkeit zertifiziert sind. Mögliche Verfahren reichen von reinigungsfähige Hartbeschichtungen und mobilen oder stationären Reinigungsanlagen bis hin zu Unterwasserplanen und Boothebeanlagen.

Die Vergabekriterien und die Antragformulare für die Erteilung des DE-UZ 221 sind nun auf der Blaue Engel Website zu finden. Anträge können über die Online-Beantragung eingereicht werden.

Eine englische Fassung der Dokumente wird voraussichtlich Anfang April bereitgestellt.




Offener Brief zur EU-Lebensmittelversorgung – solidarische Reaktion auf den Krieg in der Ukraine

Mehr als 85 Nichtregierungsorganisationen (NROs) fordern die Europäische Union auf, die EU-Strategien „Farm to Fork“ und „Biologische Vielfalt“ nicht durch die falsche Behauptung zu gefährden, dass die europäische Lebensmittelsicherheit durch den Angriffskrieg Putins in der Ukraine bedroht sei.

Dieser gemeinsame offene Brief ist eine Reaktion auf die Aussage des EU-Kommissars für Landwirtschaft Janusz Wojciechowski, dass die Ziele der Farm to Fork Strategie noch einmal überprüft und korrigiert werden müssen, sollte die Ernährungssicherheit in Gefahr sein.

Die unterzeichnenden NROs, darunter PAN Germany, sind der Meinung, dass das Gegenteil der Fall sein sollte: Die durch den Krieg in der Ukraine verursachte Krise ist eine weitere Erinnerung daran, wie wichtig es ist, den Green Deal und die Farm to Fork- und Biodiversitäts-Strategie umzusetzen. Gemeinsam müssen wir uns unabhängiger von energieintensiven Inputs in der Landwirtschaft machen, chemisch-synthetische Pestizide einsparen und die Nutztierhaltung zurückzufahren. Weniger Getreide und Soja im Tiertrog, bedeutet mehr Getreide und Ölfrüchte für die Lebensmittelversorgung mit pflanzlichen Agrarprodukten und mehr Anbaufläche, um diese anzubauen.

Die EU ist mehr denn je gefordert, auf gesunde, sozial- und umweltverträgliche Anbaumethoden wie Agrarökologie, ökologischen Landbau und Agroforstwirtschaft umstellen, um langfristig Ernährungssicherheit, Ernährungssouveränität und insgesamt nachhaltige und faire Ernährungssysteme zu gewährleisten.