Hormonell wirksame Pestizide sind eine schleichende Gefahr

Tag ein Tag aus sind Mensch und Umwelt einer Vielzahl von chemischen Stoffen ausgesetzt – unter ihnen auch Endokrine Disruptoren (EDCs). Sie können in das Hormonsystem von Menschen und Tieren eingreifen und wichtige hormongesteuerte Entwicklungsprozesse stören. Die Lebensphasen im Mutterleib bis zur Pubertät sind deshalb besonders gegenüber diesen Stoffen gefährdet. Auch einer Reihe von Pestiziden wird diese besondere Wirkungsweise zugeschrieben. Hormonell wirksame Pestizidrückstände lassen sich oft als Gemische in konventionell angebautem Obst und Gemüse finden. Ebenso sind bestimmte Biozide, Pestizide die zur Desinfektion, zum Materialschutz oder zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden, EDCs oder stehen unter Verdacht, diese gefährliche Eigenschaft zu besitzen.

Obwohl die EU sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt hat, die Menge an EDCs mit denen Menschen, aber auch Haus-, Nutz- und Wildtiere in Kontakt kommen zu reduzieren, werden konkrete Maßnahmen verschleppt oder sind unzureichend, kritisieren Umweltverbände wie PAN Germany, aber auch Wissenschaftsverbände wie die International Endocrine Society.

Was muss sich politisch ändern und was können wir bereits jetzt zum Schutz unserer Gesundheit und für die Umwelt tun? Informationen dazu gibt das Faltblatt Hormonell wirksame Pestizide – Eine schleichende Gefahr.

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Faltblatt: Hormonell wirksame Pestizide - Eine schleichende Gefahr

Datum: 11. Juni 2019 966.35 KB

Endokrine Disruptoren, sogenannte EDCs, sind überall: Man findet sie in vielen Alltagsprodukten wie...




Ein europaweites Chlorpyrifos-Verbot ist überfällig

In Deutschland sind Chlorpyrifos-haltige Produkte schon seit mehreren Jahren nicht mehr zugelassen. Aber durch importierte Lebensmittel landet das hochgefährliche Pestizid nach wie vor auf unseren Tellern.

So zeigt eine kürzlich veröffentlichte Analyse, dass 39% der in der EU untersuchten Pampelmusen, 29% der Orangen und 25% der Mandarinen Chlorpyrifos-Rückstände aufweisen. Eine EU-Genehmigung für den Wirkstoff läuft noch bis zum 31.01.2020. Chlorpyrifos befindet sich zurzeit in der behördlichen Begutachtung.

Anfang der Woche wurde europaweit eine Serie von investigativen Beiträgen veröffentlicht, die belegen, dass die Behörden in der Vergangenheit hunderte von publizierten Studien zur Neurotoxizität vernachlässigt hatten.

Selbst in geringen Dosen kann Chlorpyrifos die frühkindliche Entwicklung von Gehirn und Hormonsystem schädigen. Wissenschaftler*innen haben Zusammenhänge zwischen Chlorpyrifos und einem geringeren Intelligenzquotienten bei Kindern sowie Autismus und späterer Parkinson’scher Krankheit festgestellt.

Ein Zusammenschluss von sechs Nichtregierungsorganisationen aus vier europäischen Ländern, einschließlich PAN Germany, fordert in einer heute veröffentlichten Presseerklärung die Behörden auf, Chlorpyrifos für immer zu verbieten.

Gemeinsame Presseerklärung (19.06.2019) „New overview of data on chlorpyrifos residues in fruits strengthens health-case for EU-wide ban“

Jetzt Petition unterzeichnen „Schluss mit Pestiziden in unserem Essen“




Faltblatt: Hormonell wirksame Pestizide – Eine schleichende Gefahr

Endokrine Disruptoren, sogenannte EDCs, sind überall: Man findet sie in vielen Alltagsprodukten wie Parabene in Kosmetika oder Bisphenol A in Kunststoffprodukten. Aber auch Pestizide und Biozidprodukte können hormonell wirksame Stoffe enthalten. Sie gelangen durch die intensive konventionelle Landwirtschaft und über Abwässer in die Umwelt. Menschen können über Abdrift, Innenraumluft, biozidhaltige Gebrauchsgegenstände und über Pestizidrückstände in konventionell produzierten Lebensmitteln belastet werden.




Antworten – Die Linke – auf die Wahlprüfsteine von PAN Germany anlässlich der Europawahl 2019

„Ja. DIE LINKE will eine Minimierungsstrategie für Pflanzenschutzmittel und eine Stärkung alternativer und präventiver Konzepte. Zwei Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein: Zum einen dürfen Landwirt*innen aufgrund eines unregulierten Marktes, der die Profitinteressen von einigen wenigen Großkonzernen widerspiegelt, nicht mehr gezwungen sein, möglichst viel zu möglichst niedrigen Erzeuger*innenpreisen zu produzieren, weil dies Ausbeutung von Mensch und Natur bedeutet.“




Antworten – Die Grünen – auf die Wahlprüfsteine von PAN Germany anlässlich der Europawahl 2019

„Die angekündigte Unionsstrategie für eine nichttoxische Umwelt wird dringend benötigt. Ein umfassender und konkreter Aktionsrahmen gegen hormonell schädliche Stoffe ist notwendig, um gefährdete Gruppen wie Kinder besser zu schützen. Umweltschonende, nachhaltige Alternativen sind intensiv zu fördern.“




Pestizide aus Obst- und Weinbau auf Kinderspielplätzen

Brüssel/Hamburg, 21.05.2019. Gemeinsame Pressemitteilung.

Zur Pestizidbelastung von Spielplätzen ist nun die weltweit erste und umfangreiche wissenschaftliche Studie erschienen: Ein internationales Forscherteam weist hormonell wirksame Stoffe auf Spielplätzen in Südtirol nach.

Obst- und Weinbau zählen zu den landwirtschaftlichen Sparten mit besonders hohem Pestizideinsatz. Unklar war bislang, inwiefern angrenzende öffentliche Flächen durch Pestizidverwehungen betroffen sind. In der weltweit ersten Studie dieser Art wurden 71 Spielplätze in Südtirol auf mögliche Pestizidkontaminationen untersucht. Knapp die  Hälfte der untersuchten Spielplätze war mit Pestiziden kontaminiert. Insgesamt wurden 12 verschiedene Pestizide gefunden. In Anbetracht der dort spielenden Kinder ist es besonders bedenklich, dass 92 Prozent der gefundenen Pestizidwirkstoffe als hormonell wirksam gelten. Des Weiteren ergab die Studie, dass die Pestizidbelastung von der Entfernung zu den Obstanbauflächen und von deren Flächenanteil in der Umgebung abhängt. Zusätzlich werden die Pestizidrückstände von den herrschenden Strahlungs- und Windbedingungen sowie den Niederschlagsmengen beeinflusst. Die Ergebnisse dieses internationalen Kooperationsprojektes wurden kürzlich in der wissenschaftlichen Zeitschrift Environmental Sciences Europe veröffentlicht.

Pestizide, die auf landwirtschaftlichen Flächen gegen Insekten, Beikräuter oder Pilzerkrankungen eingesetzt werden, können durch Verdampfung, Wind und Niederschlag über weite Strecken verdriftet werden. Während landwirtschaftliche Produkte regelmäßig auf Pestizidrückstände analysiert werden, gibt es keine Erhebungen zu einer möglichen Belastung angrenzender öffentlicher Plätze oder privater Gärten.

Untersuchungen auf Spielplätzen in vier Regionen Südtirols

„In Südtirol wird die Problematik der Pestizidabdrift aus intensiven Apfelanbaugebieten sehr hitzig diskutiert. Deshalb wollten wir mit dieser Studie wissenschaftliche Daten zu dieser Debatte liefern“, erklärt Koen Hertoge, Studienleiter des Pesticide Action Network Europe, einer Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Brüssel. Konkret wurden 71 öffentliche Spielplätze in den vier Südtiroler Regionen Vinschgau, Eisacktal, Etschtal und dem Südtiroler Unterland zufällig ausgewählt und darin Grasproben auf 315 Pestizide untersucht. „Das Besondere an unserer Studie war aber nicht nur das Messen der Pestizidrückstände, sondern auch die Analyse der zugrundeliegenden Wirkfaktoren. So wollten wir herausfinden, ob die Entfernung zum nächsten Obst- oder Weingarten, die Windrichtung und Windstärke, oder auch die Sonneneinstrahlung einen Einfluss auf die Pestizidbelastung haben“, präzisiert die Hauptautorin der Studie, Caroline Linhart.

Fast alle gefundenen Pestizide gelten als hormonell wirksam

Insgesamt konnten 12 verschiedene Pestizide auf den untersuchten Spielplätzen nachgewiesen werden. Spielplätze im Vinschgau waren am häufigsten mit Pestiziden belastet, während jene im Bozener Unterland die höchsten Pestizidkonzentrationen aufwiesen. „Sicher wird so manch einer anmerken, dass Gras kein Lebensmittel ist, von uns Menschen nicht verzehrt wird und Pestizidrückstände daher in Grasproben vernachlässigbar sind“, erläutert der Toxikologe und Mitautor Peter Clausing vom Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany). „Aber die Tatsache, dass 92 Prozent der gefundenen Pestizide als hormonell wirksam gelten und noch dazu auf Spielplätzen nachgewiesen wurden, sollte uns zu denken geben. Diese Stoffe können in den menschlichen Hormonhaushalt eingreifen und dort zu Störungen führen, was besonders bei Kindern bedenklich ist. Solche hormonschädlichen Substanzen können zur Entstehung chronischen Krankheiten wie etwa Adipositas, Diabetes oder auch Krebs beitragen“, erklärt Clausing.

Bewertungen von Pestizidabdrift müssen realistischer werden

“Unsere Auswertungen haben auch ergeben, dass die nachgewiesenen Pestizidkonzentrationen höher waren, je näher die Obstanbauflächen an die Spielplätze heranreichten. Weiters waren niederschlagsreiches Wetter sowie mittlere Windgeschwindigkeiten mit erhöhten Pestizdkonzentrationen verbunden“, erläutert Linhart.

Die Wissenschaftler*innen der Studie haben mittels eines Risikomodels für die aufgenommenen Wetter- und Umweltbedingungen jeweils die möglichen Pestizidkonzentrationen bestimmt. „Hier gibt es natürlich eine Schwankungsbreite, aber das Model kann erheblich dazu beitragen, eine gezieltere und somit geringere Pestizidanwendung zu ermöglichen“, erklärt Linart. „Konkret zeigen die Ergebnisse, dass die untersuchten Kinderspielplätze einen Mindestabstand von 100 Meter zu den Agrarflächen haben sollten, um eine Pestizidkontamination möglichst zu vermeiden. Allerdings können die Pestizide bei mittleren bis höheren Windgeschindigkeiten mehr als 300 Meter vertragen werden, wobei je nach Strahlungsbedingungen auch höhere Konzentrationen wahrscheinlich sind“, räumt Linhart ein. „Diese Aspekte wurden bei der bisherigen Anwendung von Pestiziden und bei deren Bewertungen meistens nicht berücksichtigt“, erklärt Hertoge. Sein Fazit der Studienergebnisse ist, dass die derzeitigen Maßnahmen zur Minderung der Pestizidabdrift offenbar nicht ausreichen und plädiert für ein Pestizid-Monitoring zumindest auf öffentlich genutzen Plätzen in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft und vor allem dann, wenn der von den Studienautoren empfohlene Mindestabstand von 100 Metern nicht eingehalten werden kann. „Die EU-Richtlinie über den nachhaltigen Einsatz von Pestiziden (2009/128) steht kurz vor der Überarbeitung (kann aber je nach Umsetzung der nationalen Aktionspläne durch die Mitgliedstaaten verzögert werden). Wir fordern diese Überarbeitung, damit Pestizide in öffentlichen Bereichen endlich verboten und nicht „stark eingeschränkt“ werden“, schließt Hertoge ab.

 

Quelle:

Linhart C. et al. (2019) Pesticide contamination and associated risk factors at public playgrounds near intensively managed apple and wine orchards. Environmental Sciences Europe.

 

Kontakt:

Koen Hertoge, Pesticide Action Network (PAN Europe), Brüssel, Belgien, Email: koen.hertoge@gmail.com

Peter Clausing, Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany), Hamburg, Deutschland, Email: peter.clausing@pan-germany.org; Tel.: +49 176 4379 5932

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Children’s playgrounds contaminated with pesticides from apple and wine orchards

Datum: 21. Mai 2019 263.87 KB

Brussels, 21.05.2019. Press release. Unique worldwide scientific study on pesticide contamination of...




Children’s playgrounds contaminated with pesticides from apple and wine orchards

Brussels, 21.05.2019. Press release. Unique worldwide scientific study on pesticide contamination of playgrounds in South-Tyrol (Italy) published. Research team shares concerns about endocrine disruptors.




Europawahl – Wir fordern ein giftfreies Europa!

Wahlprüfsteine zur Wahl zum Europäischen Parlament 2019

Die bevorstehende Neuwahl des Europäischen Parlaments spielt eine entscheidende Rolle für den weiteren Zusammenhalt innerhalb und außerhalb von Europa.

Das Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN Germany) unterstützt das Europäische Parlament in der wichtigen Aufgabe, die Gesundheit der Menschen und den Erhalt von natürlichen Lebensgrund-lagen sicherzustellen.

Für den Einsatz von vielfach hochgefährlichen Substanzen wie Pestiziden, Bioziden und (Tier-)Arzneimitteln wurden in den vergangenen Jahren bereits wichtige Rechtsakte und Beschlüsse auf den Weg gebracht. Deren Wirkung gilt es sicherzustellen und zu verstärken, indem verlässlichere Vorgaben für ihre konsequente Umsetzung festgelegt werden.

PAN Germany fordert die künftigen Europaparlamentarier auf, in den folgenden Handlungsfeldern Umwelt, Landwirtschaft und Wasser entschlossen vorzugehen.

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Wahlprüfsteine zur Wahl zum Europäischen Parlament 2019

Datum: 16. Mai 2019 359.60 KB

Die bevorstehende Neuwahl des Europäischen Parlaments spielt eine entscheidende Rolle für den weiteren...

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Antworten - Die Grünen - auf die Wahlprüfsteine von PAN Germany anlässlich der Europawahl 2019

Datum: 22. Mai 2019 220.92 KB

"Die angekündigte Unionsstrategie für eine nichttoxische Umwelt wird dringend benötigt. Ein umfassender...

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Antworten - Die Linke - auf die Wahlprüfsteine von PAN Germany anlässlich der Europawahl 2019

Datum: 23. Mai 2019 584.80 KB

"Ja. DIE LINKE will eine Minimierungsstrategie für Pflanzenschutzmittel und eine Stärkung alternativer...




YES! Kalifornien verbietet Chlorpyrifos

In der EU ist das hochgefährliche Organophosphat noch immer zugelassen

Die gute Nachricht von unserer Partnerorganisation PAN Nordamerika erreichte uns gestern: Der Gouverneur von Kalifornien hat das Ende für Chlorpyrifos in Kalifornien erklärt sowie extra Gelder bereitgestellt, um die Farmer bei der Umstellung auf Alterntiven zu unterstützen. .

Und in der EU? Hier ist die Anwendung des Nervengifts, das insbesondere die neurologische Entwicklung unserer Kinder schädigt, nach wie vor erlaubt, u.a. für die Anwendung in Weizen, Äpfeln, Möhren und Erdbeeren. Zulassungen chlopyrifoshaltiger Mittel gibt es in AT, BE, BG, CY, CZ, EE, EL, ES, FR, HR, HU, IT, LU, MT, NL, PL, PT, RO, SK und UK. Obwohl mittlerweile in Deutschland nicht mehr erlaubt, gelangen Rückstände über importierte Nahrungsmittel auf unsere Teller. Nach einer Analyse von PAN Europe ist Chlorpyrifos das am häufigsten nachgewiesene hormonell schädliche Pestizid in Früchten und Gemüse in Europa. PAN Deutschland, PAN Europa und andere NGOs fordern seit langem ein Verbot dieses hochgefährlichen Wirkstoffs, wie jetzt in Kalifornien geschehen, auch in Europa.

Derzeit läuft das Wiedergenehmigungsverfahren für Chlorpyrifos in der EU mit einem Ergebnis vor Anfang 2020 wird nicht gerechnet…

Der Wirkstoff Chlorpyrifos gilt als hochtoxisch für die Gehirnentwicklung und als endokriner Disruptor (hormonschädlich). Bereits 2014 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) anerkannt, dass Chlorpyrifos viel toxischer für die menschliche Gesundheit ist, als bislang angenommen. Insbesondere Kinder sind in ihrer Entwicklung durch das Pestizid gefährdet .Eine Wiedergenehmigung des hochgefährlichen Pestizids wäre ein Skandal.

Forderung nach einem EU-Verbot von Chlorpyrifos von PAN Germany, PAN Europe und HEAL

PANNA Presseinformation vom 8. Mai 2019 zum Verbot von Chlorpyrifos in Kalifornien

PAN Europe (2017): ENDOCRINE DISRUPTING PESTICIDES IN EUROPEAN‘s FOOD




Geheime Dokumente offenbaren das Engagement hochrangiger EU-Beamten für weniger Schutz vor höheren Pestizidbelastungen

Vertreter der Gesundheitsdirektion unterstützten die Verwendung von 32 gefährlichen Pestiziden.

Neu veröffentlichte Dokumente der Europäischen Kommission enthüllen die Untergrabung wichtiger europäische Regelungen zum Schutz vor Pestiziden.

Nach einem zweijährigen Rechtsstreit konnte das Pesticide Action Network Europe (PAN Europe) Einsicht in über 600 Dokumente erwirken. Diese offenbaren den Versuch hochrangiger Vertreter der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG SANTE), Chemie- und Landwirtschaftsinteressen vor den neuen europäischen Rechtsvorschriften zu schützen, die vorsehen, bis zu 32 hormonell schädliche Pestizide (sog. endokrine disruptive Chemikalien EDCs) zu verbieten. Die Gesetzesvorschriften sind speziell auf den Schutz von Mensch, Tier und Umwelt ausgerichtet. Die Regelungen begründen sich aus 25 Jahren wissenschaftlicher Erkenntnisse, die hormonell schädliche Pestizide mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Effekte auf die Geschlechtsausbildung von Tieren in Verbindung bringt. ED-Pestizide können unter anderem die Ursache für Geburtsfehler sein, die Frankreich im vergangenen Jahr schockiert haben und internationale Schlagzeilen auslösten.

Die geheimen Papiere, die auf Erlass des Europäischen Gerichtshofs veröffentlicht wurden, zeigen einen internen Konflikt um die Definition wissenschaftlicher Kriterien für die Identifizierung und das Verbot von ED-Pestiziden. Offenbar waren die Vertreter der Umwelt- und Forschungsabteilungen in der Unterzahl und somit den Versuchen der Vertreter der Landwirtschafts-, Unternehmens-, Industrie- und sogar Gesundheitsdirektionen unterlegen, denen es gelang, die Kriterien für die ED-Identifizierung durch die Einführung nichtwissenschaftlicher Faktoren wie den der Rentabilität der Landwirtschaft zu verwässern. Dabei erhielten sie Rückenwind vom Generalsekretär der Kommission, der ein fehlerhaftes Folgenabschätzungsverfahren orchestrierte [Dokumente 42, 559]. Seine eigenartig frühen Ergebnisse spielten die Auswirkungen der EDs auf die Gesundheit herunter [Dokument 258] und folgerten, dass je mehr Pestizide verwendet wurden, desto geringer die Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt seien [Dokument 560]; und dass es umso besser wäre, je weniger ED-Pestizide identifiziert und reguliert würden. [Dokument 273].

Weiterlesen in der PAN Europe Pressemitteilung