Aufzeichnung PAN-Webinar: AGRAR-KULTURPROGRAMM

Eine virtuelle (Rad-)Tour vom Hamburger Hafen in die landwirtschaftlich geprägten Vier- und Marschlande

Wie sieht Landbewirtschaftung heute aus? Was hat unser Handeln damit zu tun? Wo können wir ökologisch verträgliche und sozialgerechte Formen der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion finden?

Ein Blick vor die eigene Haustür lohnt sich. Kommen Sie mit auf eine virtuelle Rad-Tour – raus aus der Stadt, rein in den landwirtschaftlich geprägten Süd-Osten Hamburgs und darüber hinaus. Gemeinsam entdecken wir die Agrarlandschaft und erfahren Wissenswertes über Pestizide und über Agrarökologie. Der virtuelle Startpunkt liegt zwischen Hauptbahnhof und Speicherstadt nahe des Hafens. Den Elbblick verbinden wir mit einem Blick auf den Export von Pestiziden. Susan Haffmans, Referentin für Pestizide und Tierarzneimittel bei PAN Germany, gibt einen Überblick über die Toxizität von Pestiziden und zeigt auf, was der Export hochgefährlicher Pestizide für die Menschen in den Importländern bedeutet und was sich ändern muss. Weiter entlang des Elberadwegs in Richtung Kirchwerder erkunden wir verschiedene Strukturen der Agrarlandschaft und beobachten, was wir sehen und was wir nicht sehen. Wie wird das Land bewirtschaftet, was wird angebaut? Wo fühlen sich Bienen, Schmetterlinge und heimische Vögel wohl? Tamara Gripp, Referentin für Landwirtschaft und Umwelt bei PAN Germany, erläutert den Rückgang der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und die Bedeutung der Landnutzung für die biologische Vielfalt weltweit. Mireille Remesch, entwicklungspolitische Referentin der Agrar Koordination, gibt eine Einführung darüber, was Agrarökologie ist und welche Bedeutung das Konzept für die notwendigen Veränderungen in unserem Ernährungssystem hat. Denn Agrarökologie ist weit mehr als nur eine Anbaumethode. Agrarökologie ist durch Vielfalt geprägt und zeigt sich in unterschiedlichen Formen.




Aufzeichnung PAN-Webinar: Agrarökologie macht Schule

Was ist Agrarökologie? Was sind ökologisch verträgliche und sozialgerechte Formen der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion? Und wie passt Agrarökologie in den Schulunterricht?

Themen wie Klimawandel, Artenschwund und soziale Ungerechtigkeit sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Während die Mühlen der Politik langsam mahlen, wächst eine Jugendbewegung, die eine ungewisse Zukunft für ihre Generation nicht hinnehmen will und jetzt konkrete Veränderungen fordert. Hier sieht PAN Germany dringenden Handlungsbedarf – auch im Bildungsbereich. Denn Alternativen zur chemie-intensiven Landwirtschaft und ressourcenverschwendenden Lebensmittelindustrie bestehen: Die Prinzipien und Praktiken der Agrarökologie sind keine Utopien. Bäuer*innen, Landarbeiter*innen, regionale Verarbeiter*innen und Vermarkter*innen beweisen tagtäglich, dass es anders geht.

Mireille Remesch, entwicklungspolitische Referentin der Agrar Koordination, erklärt, warum Agrarökologie mehr als nur eine Anbaumethode ist, was hinter dem Konzept steht, und welche Bedeutung Agrarökologie für das Klima, die Biodiversität und unser Ernährungssystem hat. Anschließend stellt Tamara Gripp, Referentin für Landwirtschaft und Umwelt bei PAN Germany, die neuen Unterrichtsmaterialien „Agrarökologie macht Schule“ vor und erläutert, wie diese einen konkreten Beitrag zur Ergänzung des schulischen Bildungsbereichs leisten können.




Informationsheft – Agrarökologie macht Schule

Besonders junge Menschen sorgen sich aufgrund der wachsenden Umweltprobleme und der zunehmenden entwicklungspolitischen Ungerechtigkeiten. Sie wollen eine ungewisse Zukunft nicht einfach hinnehmen. Umso wichtiger ist es, ihre Sorgen ernst zu nehmen, ihnen im Diskurs über Alternativen Hoffnung zu geben und durch positive Beispiele Inspiration und Motivation zu fördern. PAN Germany möchte mit den Materialien Agrarökologie macht Schule einen konkreten Beitrag zur Ergänzung des schulischen Bildungsbereichs Ökologie und Nachhaltigkeit im Fach Biologie der Oberstufe leisten.




Methodenmappe – Artenschwund in der Agrarlandschaft

Diese Mappe ist Teil der Schulmaterialien „Agrarökologie macht Schule“ und enthält Methodenvorschläge und Arbeitsblätter für die Unterrichtsgestaltung zum Thema Biodiversitätsverlust und Landwirtschaft für die Sekundarstufe II.




Methodenmappe – Agrarökologie schafft Vielfalt

Diese Mappe ist Teil der Schulmaterialien „Agrarökologie macht Schule“ und enthält Methodenvorschläge und Arbeitsblätter für die Unterrichtsgestaltung zum Thema Praktiken der Agrarökologie und Förderung der biologischen Vielfalt für die Sekundarstufe II.




Methodenmappe – Agrarökologie schafft Zukunft

Diese Mappe ist Teil der Schulmaterialien „Agrarökologie macht Schule“ und enthält Methodenvorschläge und Arbeitsblätter für die Unterrichtsgestaltung zum Thema Prinzipien der Agrarökologie für die Sekundarstufe II.




Agrarökologie – die ökologischen Effekte

Agrarökologie schafft ein Ernährungssystem, das positive Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Tieren, Boden und Wasser nutzt und langfristig erhält. Durch die Nutzung von natürlichen Ressourcen und Kreisläufen bleiben Böden wirken Böden als natürliche Kohlenstoff- und Wasserspeicher und bleiben auch in Zukunft fruchtbar. Mischkulturen erhöhen nicht nur die Artenvielfalt auf dem Acker, sondern auch in der umgebenden Landschaft. Mit weiten Fruchtfolgen, einer vielfältigen Sortenwahl und der gezielten Förderung von Nützlingen kann langfristig ein stabiles Ökosystem auf dem Acker entstehen, dass nicht vom Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide abhängig ist.




Agrarökologie – das Konzept

Agrarökologie ist ein Gegenmodell zur chemie-intensiven industriellen Landwirtschaft. Agrarökologie ist eine gesellschaftliche Bewegung, ein Forschungsansatz und ein Konzept aus ökologischen und sozial gerechten Prinzipien und Praktiken der Landbewirtschaftung. Dieser integrative Ansatz einer zukunftsgerechten Landwirtschaft hat vielfältige positive Effekte auf unterschiedlichen Ebenen, darunter Ökologie, Politik, Wirtschaft und Kultur. Agrarökologie ist durch bäuerliche Strukturen geprägt, regional ausgerichtet und setzt auf ökologische Wirtschaftsweisen. Statt einseitige Produktionssteigerungen zu forcieren, wird das jeweils beste Konzept für einen Standort genutzt und ein nachhaltiges Gesamtsystem der Kreislaufwirtschaft geschaffen, unter verantwortungsvoller Nutzung der vorhandenen Ressourcen und Einbeziehung der sozialen und kulturellen Gegebenheiten.




Gefahren des Pestizideinsatzes

Der regelmäßige und weit verbreitete Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft gefährdet die Artenvielfalt und stört Ökosysteme, indem nicht nur Schädlinge, sondern unbeabsichtigt auch Wildpflanzen, nützliche Insekten und Bodenorganismen dezimieren werden. Pestizide wirken aber nicht nur auf dem Feld, sondern können durch Abdrift auf andere Flächen und in Gewässer gelangen.

Nicht nur die Natur und die Umwelt sind in Gefahr und nehmen Schaden, sondern auch die menschliche Gesundheit. Die chemisch-synthetischen Stoffe können über Hautkontakt, die Atemluft oder über Rückstände in Lebensmitteln aufgenommen werden, und zu Vergiftungen und sogar zu chronischen Erkrankungen führen. Besonders betroffen sind Landwirt*innen und Landarbeiter*innen, die die Mittel ausbringen, Anrainer*innen und Menschen, die ihre Freizeit in der Kulturlandschaft verbringen.

Aber es geht auch anders!




Große Konferenz zu Agrarökologie und Biodiversität im Livestream

Am 11. und 12. Mai 2020 veranstaltet die österreichische NGO GLOBAL2000 unter dem Titel „Visions for Transitions“ den ersten online Kongress zu Agrarökologie und urbaner Biodiversität und urbaner Biodiversität. Auch Kurzentschlossene können per Livestream teilnehmen.

Mit Blick auf die Corona-Epidemie sagt Helmut Burtscher-Schaden von GLOBAL2000: „So streng die Beschränkungen auch erscheinen mögen, sie geben uns jedoch nur einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns in Zukunft blühen könnte, wenn es uns nicht gelingt, den Zusammenbruch der biologischen Vielfalt und des Weltklimas zu verhindern. Eine pestizidfreie, biodiversitäts- und klimafreundliche Landwirtschaft wird den besten Schutz gegen das Massenaussterben von Arten und weltweite Ernteausfälle bieten“.

Das Programm wird als Livestream übertragen. Die Vorträge werden auf Deutsch oder Englisch gehalten und jeweils simultan übersetzt. Über die gesamte Konferenz finden Parallelsitzungen statt. Der eine Konferenzstrang befasst sich mit der „Landwirtschaft der Zukunft“ (Livestream Saal 1 ), der andere mit der „Biodiversität in Städten & Gemeinden der Zukunft“ (Livestream Saal 2 ).

GLOBAL2000  ist ein langjähriger Kooperationspartner von PAN Europe und PAN Germany.

 

Web-Kongress „Visions for Transitions“