SAICM – Gewährleistung von Transparenz und guter Partizipation in Zeiten von Covid-19

Auch das internationale Chemikalienmanagement unter SAICM weicht wegen der COVID-19-Pandemie auf virtuelle Beteiligung aus. Der Prozess, bislang gekennzeichnet vom persönlichen Austausch auf diversen Veranstaltungen wie in Arbeitsgruppen-Sitzungen, auf Regionaltreffen, auf Sitzung des intersessionalen Prozesses und auf den Internationalen Konferenzen über Chemikalienmanagement (ICCM), wird nach heutigem Stand, vorerst virtuell weitergehen, da persönliche Treffen abgesagt oder verschoben wurden.

Statt wie geplant im März 2020 in Bukarest, wurde das vierte intersessionale Treffen (IP4), das von großer Relevanz ist für die Vorbereitung der großen ICCM5 Konferenz in Bonn (nun verschoben auf Juni 2021), auf unbestimmt verschoben und wird nun wohl zunächst virtuell stattfinden ( Details zu den diskutierten Optionen, zusammengetragen und bewertet von HEJ-Support.).

Das Umweltprogramm der vereinten Nationen (UNEP), unter dessen Dach SAICM steht, die SAICM Büro Mitglieder, die SAICM Präsidentin Frau Sahler (BMU) und alle Beteiligten betreten nun Neuland und suchen nach Möglichkeiten, den Prozess zunächst virtuell fortzuführen, das handhabbar und dennoch so integrativ wie möglich ist und die Beteiligung über Zeit- und Sprachzonen hinweg ermöglicht. Dies ist kein leichtes Unterfangen.

Das besondere an SAICM ist der Multi-Stakeholder-Multi-Sektor-Ansatz. Aus Sicht von PAN ist es dieses Konzept, das die Gewährung von Transparenz und offener Partizipation sicherstellt und  – auch  gerade im nun diskutierten virtuellen Vorgehen – von größter Bedeutung ist.

Jetzt wird darüber jedoch nachgedacht, die Teilnehmer*innenzahl für geplante virtuelle Arbeitsgruppen zu beschränken. Das ist aus PAN Sicht problematisch, wiederspräche es doch dem offenen Kommunikations- und Partizipationsansatz von SAICM.




„Woche der Umwelt 2021“ – PAN Germany wird dabei sein

Die ursprünglich für den 9. und 10. Juni 2020 geplante „Woche der Umwelt“ im Garten von Schloss Bellevue wurde aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verwschoben. PAN Germany freut sich daher auf das kommende Jahr, wenn im Schloss von Bellevue wieder die weißen Zelte aufgebaut werden und der Bundespräsident und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) zur Umweltmesse „Woche der Umwelt“ einladen.

190 Aussteller konnten sich qualifizieren, um ihre innovativen Ideen und Projekte rund um die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu präsentieren, und werden wohl auch 2021 dabei sein. Gemeinsam mit dem Forum Umwelt und Entwicklung (FUE), BUND Deutschland, HEJ-Support und WECF wird PAN Germany zeigen, wie eine giftfreie Zukunft möglich ist. Unter dem Motto„Für das Recht auf eine giftfreie Zukunft“ werden wir unsere Vorstellungen präsentieren, wie zukünftig im Rahmen eines internationalen Chemikalienmanagements die Risiken durch gefährliche Chemikalien wie hochgefährliche Pestizide (HHPs) und hormonschädliche Substanzen (EDCs) wirksam minimiert werden können. Derzeit wird mit Hochdruck in einem internationalen Prozess unter Federführung des Bundesumweltministeriums an einer neuen internationalen Rahmenvereinbarung für das Internationale Chemikalienmanagement (SAICM) gearbeitet. PAN Germany , PAN-Partnerorganisationen und viele weitere NGOs  engagieren sich in diesem Prozess.

Weitere Informationen zur Woche der Umwelt und zum gemeinsamen SAICM-Infostand der Verbände.




PAN – Webinar: SAICM für Einsteiger

Der zunehmenden chemischen Belastung unserer Umwelt entgegenzutreten, ist eine der großen globalen Herausforderungen unserer Zeit. Große Mengen gefährlicher Chemikalien und Schadstoffe gelangen weltweit in die Umwelt, verunreinigen Nahrungsketten und reichern sich in unseren Körpern an, wo sie schwerwiegende Schäden verursachen. Schon heute sind die Auswirkungen der weltweiten Nutzung von Chemikalien auf die Gesundheit der Menschen und auf die globale Umwelt besorgniserregend und es ist klar, dass die globalen Entwicklungsziele (die “Sustainable Development Goals“) ohne Verbesserungen im Chemikalienmanagement nicht erreicht werden können.

Um für die globalen Probleme Lösungen zu finden, wurde auf UN-Ebene ein Strategischer Ansatz für ein nachhaltiges Chemikalienmanagement , SAICM etabliert mit dem Ziel, die negativen Auswirkungen von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und Umwelt bis zum Jahr 2020 zu reduzieren. Dass dieses Ziel bis 2020 nicht erreicht wird, ist allen Beteiligten klar.

Was ist SAICM, was passiert bei den laufenden Verhandlungen auf UN-Ebene für ein nachhaltiges Chemikalienmanagement und wie kann es nach 2020 weitergehen?

Diese Fragen hat PAN Germany in Kooperation mit HEJ Support und WECF in dem Webinar „Ein internationaler Rahmen für eine giftfreie Zukunft – SAICM für Einsteiger“ näher beleuchtet. Außerdem bietet das Webinar einen Überblick über die SAICM- Schwerpunktthemen Hochgefährliche Pestizide (HHPs), Hormongifte, Frauen & Kinder sowie umweltgefährliche Arzneimittel.

Themen & Referentinnen:

  • Was ist SAICM und warum sollte uns das interessieren? Alexandra Caterbow, Health and Environment Justice Support (HEJ Support)
  • Umweltschädliche Arzneimittel und Hochgefährliche Pestizide – zwei wichtige Fokusthemen unter SAICM, Susan Haffmans, PAN Germany
  • Hormongifte – ein wichtiges Thema unter SAICM und warum Frauen und Kinder besonders gefährdet sind. Johanna Hausmann, Women Engage for a Common Future (WECF)

 




Europäische NGOs beziehen Stellung zu einem zukünftigen SAICM nach 2020

Industrie- und Agrochemikalien führen weltweiten zu massiven Gesundheits- und Umweltproblemen. Mithilfe der freiwilligen Rahmenvereinbarung „SAICM“ (Strategic Approach to International Chemicals Management) wurde seit 2006 auf UN Ebene versucht, die mit der Verwendung und Herstellung von Chemikalien verbundenen erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit zu mindern. 2020 endet die derzeitige Rahmenvereinbarung.

Die in dem Multi-Stakeholder-Prozess beteiligen NGOs engagieren sich nun, einen ehrgeizigen internationalen Rahmen für ein SAICM nach 2020 mit zu entwickeln.

Vor dem Hintergrund des heute und morgen stattfindenden „informal SAICM EU /JUSSCANNZ meeting“ in Brüssel, haben NGOs aus der EU Schlüsselelemente für ein zukünftiges SAICM nach 2020 aufgezeigt. Ein Schwerpunkt liegt aus Sicht der NGOs dabei auf der Möglichkeit, neue rechtsverbindliche Verpflichtungen im Rahmen von SAICM festzulegen. Ein Beispiel für ein notwendiges rechtsverbindliches Element aus Sicht von PAN und vieler anderer NGOs ist ein Verbot hochgefährlicher Pestizide (HHPs) und deren Ersatz durch agroökologische Praktiken.

Gemeinsame NGO Stellungnahme: Opinion of NGOs in the EU SAICM Beyond 2020

Gemeinsame NGO Stellungnahme: Opinion of NGOs in the EU SAICM Beyond 2020

Datum: 18. Februar 2019 623.05 KB

The mandate of SAICM will end in 2020. We have now an opportunity to develop an ambitious international...