Chemisch-synthetische Pestizide als Auslaufmodell?!

MISEREOR, Slow Food Deutschland, Bioland Niedersachsen/Bremen und PAN fordern Verbot hochgefährlicher Pestizide

(Aachen / Berlin / Hannover / Hamburg, 11.11.2019) Seit Jahren sind die negativen Folgen des großflächigen Einsatzes chemisch-synthetischer Pestizide in der Landwirtschaft bekannt, und dennoch: Ihre Nutzung wird weiterhin immer stärker ausgeweitet. Dass es auch anders geht, zeigen Beispiele der ökologischen Landwirtschaft in Indien und Deutschland. Zur Diskussion laden MISEREOR und Slow Food Deutschland gemeinsam mit Bioland Niedersachen/Bremen und dem Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany) am Donnerstag, 14. November, von 18 bis 19.30 Uhr in das Pavillon Kulturzentrum, Lister Meile 4 in Hannover ein. Dort werden Amit Khurana (zugeschaltet vom indischen Center for Science and Environment) und weitere Expertinnen und Experten sozial und ökologisch verträglichere Wege der Landwirtschaft vorstellen.

Während in Indien in einigen Bundesstaaten das Verbot chemisch-synthetischer Pestizide geplant oder bereits umgesetzt ist, hat der Pestizideinsatz in der konventionellen Landwirtschaft eine Intensität erreicht, die unsere natürlichen Lebensgrundlagen und die Ökosysteme ernsthaft in Gefahr bringt. Das gilt sowohl für Deutschland als auch im globalen Maßstab. Weltweit werden 4,1 Millionen Tonnen Pestizide pro Jahr eingesetzt. Über den Import von beispielsweise Südfrüchten, Tee oder Soja gelangen auch solche Pestizide zu uns, die in Deutschland verboten sind.

Der großflächige Einsatz dieser Gifte ist mitverantwortlich, dass seit Jahrzehnten ein massiver Rückgang der Artenvielfalt zu beobachten ist. Pestizide lassen sich längst weltweit in großen Teilen der Böden und Gewässer nachweisen. Ihr intensiver Einsatz wird auch mit negativen Folgen für die menschliche Gesundheit in Zusammenhang gebracht. Außerdem bedeutet der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide für viele Bauern weltweit Abhängigkeit und Verschuldung. Durch ihren Einsatz entstehen Resistenzen, denen mit dem Einsatz von immer neuen chemisch-synthetischen Pestiziden begegnet wird.

MISEREOR, Slow Food Deutschland, Bioland Niedersachsen/Bremen und PAN Germany fordern deshalb die Bundesregierung auf, sich für ein weltweites Verbot hochgefährlicher Pestizide einzusetzen und den Export bei uns verbotener Pestizide sofort zu stoppen. Ebenso sollte die Regierung eine Ackerbaustrategie entwickeln, die den Pestizideinsatz auf ein Minimum reduziert und so Biodiversität und natürliche Ressourcen schützt.

Längst gibt es praktikable Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz und ökologisch-verträglichere Formen der Landwirtschaft, wie der Blick auf Indien und Deutschland, zum Beispiel im ökologischen Landbau, zeigt. Und auch auf der größten Landmesse AGRITECHNICA in Hannover finden sich Aussteller, die hierzu beitragen, beispielsweise durch die Weiterentwicklung innovativer Maschinen zur mechanischen Unkrautregulierung. Doch ein Wandel in der Landwirtschaft braucht mehr als technische Lösungen. Der indische Landwirtschaftsexperte Amit Khurana spricht daher im Kulturpavillon über politische Impulse, Rahmenbedingungen und über die Umsetzung einer ökologischen, pestizidfreien Landwirtschaft.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit, mit den Expertinnen und Experten von MISEREOR, Slow Food Deutschland, Bioland Niedersachsen/Bremen und PAN Germany bei einem fairen, ökologischen Imbiss ins Gespräch zu kommen.

 

Pressekontakte

Misereor: Jana Echterhoff, +49 241 442 116 | Mobil +49 170 2218 246, Jana.Echterhoff[at]misereor.de

PAN Germany: +49 399 19 10-25 | Mobil  +49157 315 640 17, susan.haffmans[at]pan-germany.org

Link zum Veranstaltungsflyer




Giftige Exporte. Die Ausfuhr hochgefährlicher Pestizide von Deutchland in die Welt.

Der Handel mit Pestiziden zählt zu den großen globalen Geschäften. Gleichzeitig werden Jahr für Jahr Millionen Menschen weltweit Opfer von Pestizidvergiftungen. Eine besondere Gefahr für die Menschen und ihre Umwelt geht von hochgefährlichen Pestiziden (HHPs) aus. Wie sieht es mit dem Export hochgefährlicher Pestiziden aus Deutschland aus? Wie transparent ist das Exportgeschehen und tragen die Pestizid-Exporte zur Gefährdung von Menschen und ihrer Umwelt in anderen Teilen der Welt bei? Diesen Fragen ist PAN Germany nachgegangen und hat Fakten und Forderungen in dem Report „Giftige Exporte. Die Ausfuhr hochgefährlicher Pestizide von Deustchland in die Welt“ zusammengetragen.

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Giftige Exporte. Ausfuhr hochgefährlicher Pestizide von Deutschland in die Welt.

Datum: 23. September 2019 5.98 MB

Der Handel mit Pestiziden zählt zu den großen globalen Geschäften. Gleichzeitig werden Jahr für Jahr...

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Toxic Exports - The export of highly hazardous pesticides from Germany into the world [Executive summary]

Datum: 30. September 2019 519.21 KB

The pesticide trade is one of the largest global businesses. At the same time, millions of people worldwide...




Made in Germany: Pestizidexporte aus Deutschland gefährden Mensch und Natur

Hamburg, 23.09.2019. Pressemitteilung. Jährlich werden rund 41 Millionen Menschen Opfer unbeabsichtigter Pestizidvergiftungen. Hinzukommen nach neusten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hunderttausende Suizide mit Pestiziden. Die Verfügbarkeit hochgefährlicher Pestizide spielt dabei eine wesentliche Rolle. Vor diesem Hintergrund sind die Fakten zum Pestizid-Export aus Deutschland, die in dem heute veröffentlichten Report „Giftige Exporte“ von PAN Germany präsentiert werden, von besonderer Brisanz. Denn mehr als ein Viertel der exportierten Agrarchemikalien gilt als hochgefährlich. Dass durch diese Pestizide in anderen Regionen dieser Erde Menschen und ihre Umwelt gefährdet werden, ist aus Sicht von PAN Germany nicht vertretbar.

„Der Handel mit Pestiziden zählt zu den großen globalen Geschäften. Gleichzeitig werden Jahr für Jahr Millionen Menschen weltweit Opfer von Pestizidvergiftungen. Kontaminierte Gewässer, belastete Böden und tote Bienen zeigen, dass auch die Umwelt leidet. Eine besondere Gefahr für die Menschen und ihre Umwelt geht dabei von den HHPs, den hochgefährlichen Pestiziden aus“, so Lars Neumeister, unabhängiger Pestizidexperte und einer der Autor*innen des heute veröffentlichten Reports „Giftige Exporte“ von PAN Germany.

Nach jüngsten offiziellen Daten wurden in 2017 insgesamt 233 unterschiedliche Pestizid-Wirkstoffe, zusammen 59.616 Tonnen Wirkstoffe, aus Deutschland in zahlreiche Länder der Welt exportiert. Ein Viertel der Wirkstoffe gilt als hochgefährlich. Darunter sind sogar solche Pestizide, die in Europa längst verboten sind, weil sie von den Behörden als zu gesundheitsgefährlich eingestuft wurden.

Zu den exportierten Pestiziden zählen u.a. die Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide) Cyanamid, Acetochlor und Tepraloxydim, die von der EU als krebserzeugend und reproduktionstoxisch eingestuft werden sowie das Insektengift Cyfluthrin, das akut so giftig ist, dass die WHO es in die zweithöchste Gefahrenklasse (WHO Ib) aufgenommen hat.

„Dass ein Wirkstoff wie der Wachstumsregulator Cyanamid, der seit 2008 in der EU nicht mehr erlaubt ist, weil er zu erheblichen Vergiftungen bei europäischen Anwender*innen geführt hat, noch immer in Mengen von bis zu 10.000 Tonnen aus Deutschland ausgeführt wird, ist skandalös und zeigt, dass Doppelstandards im Pestizidhandel dringend abgeschafft werden müssen“, erläutert Susan Haffmans von PAN Germany und Co-Autorin der Studie.

Ein weltweites Verbot hochgefährlicher Pestizide würde Zehntausende von Todesfällen pro Jahr verhindern. Daher sei es dringend an der Zeit, so PAN Germany, endlich die Forderungen nach einem schrittweisen Verbot hochgefährlicher Pestizide und deren Ersatz durch nicht-chemische und agrarökologische Maßnahmen durchzusetzen – zum Wohl aller Menschen in Süd und Nord, insbesondere der Bäuer*innen und nachfolgender Generationen.

Die Studie „Giftige Exporte. Ausfuhr hochgefährlicher Pestizide aus Deutschland in die Welt“ steht kostenfrei als Download auf der PAN Germany Website zur Verfügung unter https://pan-germany.org/download/giftige-exporte-ausfuhr-hochgefaehrlicher-pestizide-von-deutschland-in-die-welt/  und kann über info@pan-germany.org als Druckversion bestellt werden.

Kontakte:

Susan Haffmans (PAN Germany), susan.haffmans@pan-germany.org, +49 40 399 19 10 25, mobil: +49 157 315 640 17

Lars Neumeister, lars.neumeister@pestizidexperte.de, +49 719 191 088 94

(419 Wörter)




Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit erklärt Chlorpyrifos für gesundheitsschädlich

Letzte Woche hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einer öffentlichen Erklärung anerkannt, dass das Insektizid Chlorpyrifos für die menschliche Gesundheit schädlich ist und nicht die Kriterien für eine Wiedergenehmigung in der EU erfüllt [1]. Eine Koalition von Nichtregierungsorganisationen bestehend aus HEAL, SumOfUs, PAN Europe, PAN Germany und Générations Futures begrüßte diese Erklärung als ersten Schritt, um Chlorpyrifos endlich EU-weit zu verbieten. Zwar sind in Deutschland Chlorpyrifos-Präparate schon seit längerem nicht mehr zugelassen, aber durch Lebensmittelimporte aus anderen EU-Staaten kommen bislang noch immer Chlorpyrifos-belastete Lebensmittel auf unsere Teller.

Die Aussage, dass Chlorpyrifos nicht die geforderten Kriterien erfüllt, gilt sowohl für Chlorpyrifos-ethyl, das landläufig als „Chlorpyrifos“ bezeichnet wird als auch für den Wirkstoff Chlorpyrifos-methyl. Seitens der Behörde wurden „Bedenken hinsichtlich möglicher erbgutschädigender Wirkungen und neurologischer Effekte während der Entwicklung“ identifiziert. Unterstützt wird diese Einschätzung „durch epidemiologische Daten, die Auswirkungen auf Kinder zeigen“.

Während die Bewertung der für die beiden Wirkstoffe eingereichten Dossiers noch nicht abgeschlossen ist, gab die EFSA diese Erklärung auf Bitten der Europäischen Kommission ab. Die Frist für eine Entscheidung über die Erneuerung beider Wirkstoffe ist der 31. Januar 2020. Dem Vernehmen nach wird ein Verbot von Chlorpyrifos auch durch die Europäische Kommission unterstützt [2]. Bereits im Januar wurden europäischen Behörden und Regierungen von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis zu einem Verbot von Chlorpyrifos aufgefordert [3].  Die jüngste Mitteilung der EFSA bestätigt die Bedenken, die zuvor bereits in einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Veröffentlichungen geäußert wurden.

Über 212.000 Menschen hatten eine Petition unterzeichnet [4], in der die europäischen Entscheidungsträger*innen aufgefordert wurden, einer erneuten Genehmigung von Chlorpyrifos nicht zuzustimmen, insbesondere wegen seiner schädlichen Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung des Gehirns.

Das Bündnis von Organisationen, dem PAN Germany angehört, fordert nun die Europäische Kommission und die nationalen Regierungen auf, der Einschätzung der EFSA zu folgen und ein vollständiges Verbot von Chlorpyrifos zu unterstützen, das so bald wie möglich erfolgen sollte. In Anbetracht der zahlreichen wissenschaftlichen Erkenntnisse wären die europäischen Bürger*innen schockiert und enttäuscht, wenn die Genehmigung von Chlorpyrifos um ein weiteres Jahr verlängert werden würde, nachdem diese im Prinzip schon am 31. Januar 2018 ausgelaufen war und unter Bezugnahme auf Artikel 17 der Pestizidverordnung (EC 1107/2009) verlängert wurde.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es eine ganze Reihe von „kritischen“ Wirkstoffen gibt, deren Wiederbewertung durch die Behörden aus Kapazitätsgründen um ein oder sogar mehrere Jahre hinaus geschoben wurde. Dazu zählen unter anderem die krebserregenden Wirkstoffe Captan, Chlorotalonil, Chlorotoluron, Folpet und Popyzamid und die reproduktionstoxischen Wirkstoffe Flumioxazin und Thiacloprid. Bei Kapazitätsengpässen sollte gerade solchen kritischen Wirkstoffen Priorität eingeräumt werden.

[1] EFSA statement, 2nd August 2019, https://www.efsa.europa.eu/en/press/news/chlorpyrifos-assessment-identifies-human-health-effects

[2] Le Monde, 17th June 2019, https://www.lemonde.fr/planete/article/2019/06/17/chlorpyrifos-les-dangers-ignores-d-un-pesticide-toxique_5477084_3244.html

[3] Joint civil society letter to EU ministers, 23rd July 2019, https://www.env-health.org/wp-content/uploads/2019/07/Letter-to-EU-ministers-Your-support-to-the-ban-of-neurotoxic-pesticides-chlorpyrifos-ethyl-and-methyl.pdf

[4] https://actions.sumofus.org/a/chlorpyrifos




Ein europaweites Chlorpyrifos-Verbot ist überfällig

In Deutschland sind Chlorpyrifos-haltige Produkte schon seit mehreren Jahren nicht mehr zugelassen. Aber durch importierte Lebensmittel landet das hochgefährliche Pestizid nach wie vor auf unseren Tellern.

So zeigt eine kürzlich veröffentlichte Analyse, dass 39% der in der EU untersuchten Pampelmusen, 29% der Orangen und 25% der Mandarinen Chlorpyrifos-Rückstände aufweisen. Eine EU-Genehmigung für den Wirkstoff läuft noch bis zum 31.01.2020. Chlorpyrifos befindet sich zurzeit in der behördlichen Begutachtung.

Anfang der Woche wurde europaweit eine Serie von investigativen Beiträgen veröffentlicht, die belegen, dass die Behörden in der Vergangenheit hunderte von publizierten Studien zur Neurotoxizität vernachlässigt hatten.

Selbst in geringen Dosen kann Chlorpyrifos die frühkindliche Entwicklung von Gehirn und Hormonsystem schädigen. Wissenschaftler*innen haben Zusammenhänge zwischen Chlorpyrifos und einem geringeren Intelligenzquotienten bei Kindern sowie Autismus und späterer Parkinson’scher Krankheit festgestellt.

Ein Zusammenschluss von sechs Nichtregierungsorganisationen aus vier europäischen Ländern, einschließlich PAN Germany, fordert in einer heute veröffentlichten Presseerklärung die Behörden auf, Chlorpyrifos für immer zu verbieten.

Gemeinsame Presseerklärung (19.06.2019) „New overview of data on chlorpyrifos residues in fruits strengthens health-case for EU-wide ban“

Jetzt Petition unterzeichnen „Schluss mit Pestiziden in unserem Essen“




New overview of data on chlorpyrifos residues in fruits strengthens health-case for EU-wide ban

Brussels, 19.06.2019. Common press release.

Chlorpyrifos, a pesticide known for its damaging effects on children’s brain development, is among the top 15 active substances most frequently found in European unprocessed food and prominently present in fruit. This is the conclusion of a new briefing published today, bringing together all official EU data on the analysis of 791 different pesticide residues [1].

Chlorpyrifos is most often detected in citrus fruits: more than 1 out of 3 sampled grapefruits (39%) and lemons (36%), and 1 out of 4 sampled oranges (29%) and mandarins (25%) contained chlorpyrifos residues.

The current authorisation of chlorpyrifos in the European Union is set to expire on 31 January 2020. Member States in charge of the safety assessment of this pesticide are among those countries where residues of the pesticide were most frequently detected in fruits. Spain, where roughly 1 in 5 sampled fruit, including 40% of oranges and 35% of mandarins, are contaminated with chlorpyrifos, is the rapporteur Member State assigned to oversee the re-authorisation dossier. Poland, acting as co-rapporteur, tops the charts as the country with the highest contamination of chlorpyrifos in apples.

Earlier this week, a series of investigative articles published by media outlets across Europe highlighted that the previous European market approval process of chlorpyrifos ignored hundreds of independent studies showing evidence of brain-harming effects [2]. The investigation also found that the EU approval was based on just one single study, that was commissioned by industry [3].

Exposure to chlorpyrifos, even in small doses, can harm children’s brain development and hormonal systems. Scientists have linked it to decreases of IQ in children, working memory loss, endocrine disruption, autism and Parkinson’s Disease [4].

Close to 200,000 have already raised their voices to demand a toxic-free future for farming and food [5]. This #BanChlorpyrifos petition – launched by international consumer watchdog SumOfUs, the Health and Environment Alliance (HEAL), Générations Futures, Ecologistas en Acción, and the European and German branches of the Pesticide Action Network – is pressuring European governments and the Commission to ban chlorpyrifos for good.

QUOTES:

Génon K. Jensen, Executive Director at the Health and Environment Alliance (HEAL) says: “Parents should not have to worry about harming their children’s health when feeding them fruits like oranges or mandarins, which show the highest levels of chlorpyrifos residues. The body of evidence on neurotoxicity of chlorpyrifos and chlorpyrifos-methyl is compelling. Chronic exposure to low doses such as residues in fruit is linked to a decrease in IQ and working memory loss in children, there should be zero tolerance. We call on national governments and the EU institutions to make the withdrawal of both substances a public health priority.”

Angeliki Lyssimachou, Science Policy Officer at Pesticide Action Network Europe says: “It’s outrageous that our regulatory system allows for neurotoxic chlorpyrifos, known to harm children’s brains, to be used on open fields and its residues to be present in our food. We call upon Regulators to ban chlorpyrifos at once and improve our pesticide authorisation system, which currently promotes dependency on toxic pesticides in agriculture threatening -rather than protecting- human health and the environment.”

Nabil Berbour, Campaign Manager at SumOfUs says: “This toxic pesticide is harmful to children’s brain development and should have been banned a long time ago in Europe as revealed by a series of investigative pieces in the European press this week. It’s time for EU governments to put people’s health before the pesticide industry’s profits. In a petition launched by the #StopChlorpyrifos group, more than 191,000 EU citizens urge them to do so.”

Peter Clausing, Board member of Pesticide Action Network Germany says: “Chlorpyrifos represents a bold example that the EU’s risk assessment for neurotoxic effects is outdated and insufficient.”

 

Contact:

Yannick Vicaire, Chemicals and Health Policy Campaigner at the Health and Environment Alliance (HEAL), yannick@env-health.org, tel.: 0033 (0) 608 755 015

Angeliki Lyssimachou, Science Policy Officer at Pesticide Action Network Europe, angeliki@pan-europe.org, tel.: +32 496 39 29 30

Nabil Berbour, Campaign Manager at SumOfUs, nabil@sumofus.org, tel.: +33 7 56 82 06 55

 

Notes:

[1] “Chlorpyrifos residues in fruits, the case for a EU-wide ban to protect consumers”, published June 2019 by the Health and Environment Alliance (HEAL) and Pesticide Action Network Europe. https://www.env-health.org/wp-content/uploads/2019/06/June-2019-PAN-HEAL-Briefing-chlorpyrifos_web.pdf

[2] This series of articles includes:

–      Main portal (English): Investigative Reporting Denmark (https://www.ir-d.dk/chlorpyrifos/)

–      In English: the EU Observer (https://euobserver.com/health/145146)

–      In French:  Le Monde (https://www.lemonde.fr/planete/article/2019/06/17/chlorpyrifos-les-dangers-ignores-d-un-pesticide-toxique_5477084_3244.html)

–      In Dutch: Knack (https://www.knack.be/nieuws/belgie/europa-onderzoekt-verbod-op-insectenvergif-dat-in-onze-voeding-opduikt/article-longread-1477255.html)

–       In Spanish: El Confidencial (https://www.elconfidencial.com/tecnologia/ciencia/2019-06-17/pesticia-agricultura-espana-peligro-ue-prohibicion_2073403/)

[3] Safety of Safety Evaluation of Pesticides: developmental neurotoxicity of chlorpyrifos and chlorpyrifos-methyl. Mie, Rudén, Grandjean. Environ Health. 2018 Nov 16;17(1):77. doi: 10.1186/s12940-018-0421-y https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30442131

[4] Factsheet ‘EU should ban brain-harming chlorpyrifos to protect health’ (published August 2018 by the HEAL, PAN Europe, Générations Futures and PAN Germany).

[5] SumOfUs petition: No more toxic chlorpyrifos in our food: https://actions.sumofus.org/a/chlorpyrifos (also available in German, Spanish and French). Campaign video: https://twitter.com/SumOfUs/status/1140606268157157376

Infographic ‘Ban the toxic pesticide chlorpyrifos from our plates’ (published June 2019 by HEAL) https://www.env-health.org/wp-content/uploads/2019/06/Ban-Chlorpyrifos-Infographic-v2.png

 




PAN Positionspapier Agrarökologie

Agrarökologie – Die Lösung für den Ersatz hochgefährlicher Pestizide

Das Positionspapier von PAN International gibt einen komprimierten Überblick über die Grundlagen und Prinzipien der Agrarökologie. Es werden die multifunktionalen Vorteile agrarökologischer Systeme vorgestellt und aufgelistet, wie die Agrarökologie zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) beiträgt.

Mit zunehmender Kenntnis über die schädlichen Auswirkungen hochgefährlicher Pestizide (HHPs) ist auch die weltweite Erkenntnis darüber gewachsen, dass es dringend notwendig ist, die chemieintensive Landwirtschaft durch agrarökologische Landwirtschaft zu ersetzen.

Agrarökologie ist eine ökonomisch tragfähige und sozial gerechte Form nachhaltiger Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung, die auf ökologische und soziale Prinzipien und der Integration von Wissenschaft mit lokalen und indigenen Erfahrungen und Praktiken basiert, die im Einklang mit natürlichen Kreisläufen und Prozessen wirtschaftet und das politische Ziel der Ernährungssouveränität beinhaltet, einschließlich des Rechts darauf, nahrhafte und kulturelle angemessene Lebensmittel zu erzeugen und zu erhalten.

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PAN Positionspapier Agrarökologie (DEU)

Datum: 22. Mai 2019 1.42 MB

Agrarökologie - Die Lösung für den Ersatz hochgefährlicher Pestizide Agrarökologie ist eine ökonomisch...

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Agroecology - The Solution to Highly Hazardous Pesticides

Datum: 22. Mai 2019 1.38 MB

Agroecology is an economically viable and socially just approach to sustainable agriculture and food...




Die Aufnahme von HHPs in das Rotterdamer Übereinkommen wurde erneut von einzelnen Ländern blockiert

PAN Asia Pacific (PANAP) äußert sich zutiefst enttäuscht darüber, dass einzelne wenige Staaten in Genf verhindert haben, vier der fünf für das Rotterdamer Übereinkommen vorgeschlagenen hochgefährlichen Pestizide (HHPs) – nämlich Paraquat, Fenthion, Acetochlor und Carbosulfan – aufzunehmen.

Nur eine kleine Handvoll Länder blockierten die Aufnahme von Paraquat (Guatemala, Indonesien, Chile), Fenthion (Sudan, Kenia, Äthiopien, Uganda), Acetochlor (Argentinien, Chile) und Carbosulfan (Kenia, Indien, Brasilien) bei den gerade in Genf, Schweiz, abgeschlossenen Verhandlungen der Rotterdam Konvention, obwohl darüber, dass diese Pestizide die Kriterien der Konvention erfüllen, Einigkeit bei den Vertragsstaaten besteht.

Die Länder, die sich der Listung widersetzten behaupteten, dass diese Pestizide benötigt würden, dass es keine geeigneten Alternativen gäbe oder dass ihre Verwendung die Umwelt und die menschliche Gesundheit nicht erheblich schädige.

Die Argumentation der Länder zeigt aus Sicht von PAN zweierlei: Zum einen, dass sie das Übereinkommen falsch auslegen, denn eine Aufnahme in den Anhang der Rotterdam Konvention bedeutet kein Verbot der Stoffe, sondern lediglich eine Verpflichtung (und das Recht) Informationen über die hochgefährlichen Wirkstoffe vor deren Ex- bzw. Import bereitzustellen. Zum anderen ignorieren die Länder die Beweise für die schweren Schäden, die diese Pestizide für die menschliche Gesundheit und die Umwelt verursachen.

PAN kritisiert sowohl die Blockadehaltung einzelner Länder als auch das insgesamt unglaublich langsame Tempo, mit dem Pestizide in die Rotterdamer Konvention aufgenommen werden.

PANAP wies auch auf einige positive Ergebnisse der BRS COPs hin, wie die Aufnahme von Dicofol in die Stockholmer Konvention, die Aufnahme von Phorat in die Rotterdamer Konvention und die Vereinbarung über die Einrichtung eines Konformitätsmechanismus für die Rotterdamer Konvention. Doch diese Erfolge werden durch die Nicht-Aufnahme der genannten hochgefährlichen Pestizide in die Rotterdam Konvention erheblich getrübt.

Die schwierigen Verhandlungen in Genf haben erneut gezeigt, dass ein rechtsverbindlicher globaler Mechanismus oder Vertrag für das Lebenszyklusmanagement von Pestiziden dringend benötigt wird.

Die Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens von Basel, Rotterdam und Stockholm (BRS COP) fand vom 29. April  bis 10. Mai 2019 in Genf statt.

Mehr Informationen in der PAN Asien & Pazifik Presseinformation vom 13.5.19




YES! Kalifornien verbietet Chlorpyrifos

In der EU ist das hochgefährliche Organophosphat noch immer zugelassen

Die gute Nachricht von unserer Partnerorganisation PAN Nordamerika erreichte uns gestern: Der Gouverneur von Kalifornien hat das Ende für Chlorpyrifos in Kalifornien erklärt sowie extra Gelder bereitgestellt, um die Farmer bei der Umstellung auf Alterntiven zu unterstützen. .

Und in der EU? Hier ist die Anwendung des Nervengifts, das insbesondere die neurologische Entwicklung unserer Kinder schädigt, nach wie vor erlaubt, u.a. für die Anwendung in Weizen, Äpfeln, Möhren und Erdbeeren. Zulassungen chlopyrifoshaltiger Mittel gibt es in AT, BE, BG, CY, CZ, EE, EL, ES, FR, HR, HU, IT, LU, MT, NL, PL, PT, RO, SK und UK. Obwohl mittlerweile in Deutschland nicht mehr erlaubt, gelangen Rückstände über importierte Nahrungsmittel auf unsere Teller. Nach einer Analyse von PAN Europe ist Chlorpyrifos das am häufigsten nachgewiesene hormonell schädliche Pestizid in Früchten und Gemüse in Europa. PAN Deutschland, PAN Europa und andere NGOs fordern seit langem ein Verbot dieses hochgefährlichen Wirkstoffs, wie jetzt in Kalifornien geschehen, auch in Europa.

Derzeit läuft das Wiedergenehmigungsverfahren für Chlorpyrifos in der EU mit einem Ergebnis vor Anfang 2020 wird nicht gerechnet…

Der Wirkstoff Chlorpyrifos gilt als hochtoxisch für die Gehirnentwicklung und als endokriner Disruptor (hormonschädlich). Bereits 2014 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) anerkannt, dass Chlorpyrifos viel toxischer für die menschliche Gesundheit ist, als bislang angenommen. Insbesondere Kinder sind in ihrer Entwicklung durch das Pestizid gefährdet .Eine Wiedergenehmigung des hochgefährlichen Pestizids wäre ein Skandal.

Forderung nach einem EU-Verbot von Chlorpyrifos von PAN Germany, PAN Europe und HEAL

PANNA Presseinformation vom 8. Mai 2019 zum Verbot von Chlorpyrifos in Kalifornien

PAN Europe (2017): ENDOCRINE DISRUPTING PESTICIDES IN EUROPEAN‘s FOOD




Public Eye Report deckt Syngentas Milliardengeschäft mit hochgefährlichen Pestiziden auf

In einem aktuell veröffentlichten Bericht „Highly hazardous profits“  zeigt Public Eye detailliert auf, welch zentrale Rolle der Basler Konzern Syngenta beim Handel von hochgefährlichen Pestiziden insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern spielt. Die Schweizer NGO, die seit 50 Jahren von Schweizer Unternehmen im Ausland verursachte Menschenrechtsverletzungen aufdeckt, hat Pestizid-Verkaufszahlen mit der PAN International Liste der hochgefährlichen Pestizide (HHPs)  abgeglichen: 15 der 32 Pestizide, die Syngenta als ihre Bestseller präsentiert, stehen auf der HHP-Liste von PAN. 2017 hat der Konzern gemäß Schätzungen der Schweizer NGO einen Umsatz von ca. 3,9 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von HHPs erzielt.

Public Eye verdeutlicht, wie Syngenta von schwachen Regulierungen in Entwicklungs- und Schwellenländern profitiert, um dort ihre giftigen Bestseller zu verkaufen, von denen viele in der Schweiz oder in der Europäischen Union aufgrund ihrer Gefährdung von Mensch und Natur nicht mehr zugelassen sind. Um die Konsequenzen des massiven Einsatzes dieser hochgiftigen Pestizide besser zu verstehen, hat Public Eye einen besonderen Fokus auf Brasilien gelegt – den größten Markt Syngentas. Hier hat Public Eye mit Eltern erkrankter Kinder im Bundesstaat Mato Grosso gesprochen und in Kooperation mit dem Fernsehjournal Repórter Brasil die Daten des brasilianischen Programms zur Kontrolle der Trinkwasserqualität analysiert. Die Resultate zeigen, dass Millionen Brasilianer*innen einem Cocktail an Pestiziden ausgesetzt sind, dessen langfristige Effekte nicht absehbar sind. Eine der am häufigsten nachgewiesenen Substanzen ist Atrazin, ein als hormonverändernd und fortpflanzungsgefährdend eingestuftes Herbizid, das in der Schweiz und der EU nach massiver Kontamination von Trinkwasserquellen vor Jahren verboten wurde. In Brasilien wurde die Substanz in 85 Prozent aller getesteten Wasserproben nachgewiesen. Syngenta ist globale Marktführerin beim Verkauf dieses hochumstrittenen Pestizids.

Um künftige Generationen zu schützen, sieht Public Eye es als unabdingbar an, dass die giftigsten Pestizide vom Markt genommen und durch sicherere Alternativen ersetzt werden. In einer Petition fordert Public Eye Syngenta dazu auf, sich zu verpflichten, die Produktion und den Verkauf hochgefährlicher Pestizide einzustellen. Zudem sieht Public Eye den Staat in der Pflicht und fordert von der Schweiz, Verantwortung zu übernehmen und den Export von Pestiziden zu verbieten, die im eigenen Land wegen ihrer Gefahr für Gesundheit oder Umwelt verboten sind und sich für ein verbindliches internationales Abkommen zu hochgefährlichen Pestiziden einzusetzen. Damit unterstütz Public Eye die Forderungen von PAN International nach der Abschaffung von Doppelstandards im Pestizidhandel und für einen verbindlichen internationalen Pestizid-Vertrag.

Public Eye ist eine der mehr als 560 Organisationen weltweit, die bislang den Aufruf gegen hochgefährliche Pestizide von PAN International unterzeichnet haben. Wer als Organisation den Aufruf unterstützen möchte, wendet sich bitte an susan.haffmans[at]pan-germany.

Public Eye (2019): Highly hazardous profits. How Syngenta makes billions by selling toxic pesticides. (4 MB)
https://www.publiceye.ch/fileadmin/doc/Pestizide/2019_PublicEye_Highly-hazardous-profits_Report.pdf

Public Eye Magazin «Syngentas Giftgeschäfte in Brasilien» (7 MB)  https://www.publiceye.ch/fileadmin/doc/Pestizide/2019_PublicEye_Magazin17_Pestizid.pdf