Rechtsgutachten kritisiert EU-Gesetzentwurf: Abschaffung von Pestizid-Schutzstandards ist rechtswidrig

Pressemitteilung

● EU-Kommission will regelmäßige Risikobewertungen für Ackergifte wie Glyphosat abschaffen

● Gutachten: „Omnibus“-Gesetzespaket verstößt gegen EU-Schutzstandards und Urteil des EuGH

● Umwelt- und Verbraucherorganisationen fordern: Bundesregierung muss Pläne im EU-Rat am 2. Februar klar ablehnen

+++ Rechtsgutachten zum Download +++

Berlin, Hamburg, München, 27. Januar 2026. Die von der Europäischen Kommission geplante Abschaffung von Pestizid-Schutzstandards ist rechtswidrig. Das zeigt ein Rechtsgutachten, das mehrere Verbraucher- und Umweltschutzorganisationen heute veröffentlicht haben.

Das Gutachten, das die Aurelia Stiftung, ClientEarth, die Deutsche Umwelthilfe, der Deutsche Naturschutzring, foodwatch, das Pestizid Aktions-Netzwerk und das Umweltinstitut München in Auftrag gegeben haben, warnt: Die Pläne der EU-Kommission führen zu „einer erheblichen Absenkung des Schutzniveaus für Umwelt und Gesundheit“. Zudem gebe es „ernsthafte Zweifel“ an der Vereinbarkeit mit dem Vorsorgeprinzip und dem europarechtlich garantierten hohen Schutzniveau für Gesundheit und Umwelt. Die Organisationen fordern EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen deshalb auf, die Pläne zu stoppen. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer muss klarmachen, dass Deutschland das Gesetzesvorhaben nicht unterstützt. Die Verbände fordern eine klare Ablehnung des Vorschlags durch die Bundesregierung auf der Sitzung des EU-Rates am 2. Februar.

Mit dem sogenannten „Food and Feed Safety Simplification Omnibus“-Gesetzespaket will die EU-Kommission die bisher vorgeschriebenen, regelmäßigen Risikoprüfungen für Pestizidwirkstoffe abschaffen. Viele Ackergifte sollen künftig unbefristet genehmigt werden. Selbst wenn neue Studien zum Beispiel Hinweise auf Krebsrisiken oder auf eine Belastung des Grundwassers liefern, blieben die Pestizide auf dem Markt. Außerdem will die Kommission die Fristen ausweiten, wie lange ein nachweislich problematischer Stoff selbst nach seinem Verbot noch eingesetzt werden darf.
Die geplanten Änderungen stehen laut Gutachten auch im klaren Widerspruch zur Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs. Dieser hat bereits 2019 in seinem richtungsweisenden Blaise-Urteil klargestellt, dass der Unionsgesetzgeber beim Erlass von Vorschriften zum Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln das Vorsorgeprinzip befolgen und ein hohes Gesundheitsschutzniveau sicherstellen muss. Dies beinhaltet insbesondere die Pflicht, den neuesten Stand der Wissenschaft zu berücksichtigen.

Das Gutachten kritisiert zudem, dass die Kommission den Gesetzesvorschlag im Schnellverfahren vorantreibt – ohne die verpflichtende ordentliche Folgenabschätzung und ohne die üblichen demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit wie Expert:innen, Organisationen und Verbände im Rahmen einer öffentlichen Konsultation. Kritische Hinweise habe die Kommission ignoriert. Obwohl “mit erheblichen ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen zu rechnen” sei, heißt es in dem Gutachten.
Die Umwelt- und Verbraucherorganisationen fordern die Mitgliedstaaten und insbesondere die deutsche Bundesregierung auf, den Gesetzesvorschlag im EU-Rat abzulehnen.

Susanne Smolka, Referentin für Pestizide beim Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany): Der Gesetzesvorschlag wirft in einem undemokratischen Verfahren jahrzehntelange Errungenschaften zum Schutz unserer Gesundheit und der Umwelt über Bord. Leidtragende werden insbesondere unsere Kinder sein, die zukünftig noch schlechter vor Belastungen insbesondere mit hormonell schädigenden und reproduktionstoxischen Pestiziden und PFAS-Pestiziden geschützt sein werden.”

Thomas Radetzki, Aurelia Stiftung: „Die EU-Kommission plant, grundlegende Schutzmechanismen für Mensch und Natur außer Kraft zu setzen. Einmal genehmigte Pestizide sollen praktisch unangreifbar sein. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Risiken brauchen nachträglich nicht mehr berücksichtigt zu werden – selbst wenn Behörden oder unabhängige Institutionen dies fordern. Unter dem Schlagwort „Bürokratieabbau“ droht der Schutz von Bienen und Biodiversität systematisch ausgehebelt zu werden. Wir fordern die EU-Kommission auf, Vorsorgeprinzip, wissenschaftsbasierte Risikobewertung und Revisionsfähigkeit bei Pestizidzulassungen verbindlich zu gewährleisten.“

Elisabeth Koch, Juristin bei ClientEarth: Die vorgeschlagenen Änderungen machen die jahrzehntelangen Fortschritte bei der Regulierung von Pestiziden zunichte und riskieren damit die Gesundheit von Landwirt*innen, Verbraucher*innen und der Natur. Außerdem ignoriert es die Rechtsprechung des EuGH. Diese sagt klar: Die Risikobewertung muss neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Schutz der Menschen einbeziehen und eine Abwägung treffen, die das Vorsorgeprinzip vor wirtschaftlichen Interessen priorisiert. Statt “Vereinfachung” schafft dieses Omnibuspaket Rechtsunsicherheit und Gesundheitsrisiken, von denen nur Unternehmen profitieren.”

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH): „Das Omnibus-Gesetzespaket ist ein politischer Etikettenschwindel: Unter dem Deckmantel von Bürokratieabbau wird in der EU der Schutz von Mensch und Natur bei Pestiziden systematisch zurückgebaut. Unbefristete Wirkstoffzulassungen, auch bei neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Risiken und längere Aufbrauchfristen selbst bei bedenklichen Stoffen sind nichts anderes als ein Freifahrtschein für gefährliche Ackergifte. Wer das durchwinkt, nimmt Umwelt- und Gesundheitsschäden billigend in Kauf. Wir erwarten von der Bundesregierung klare Kante im Rat. Dieser Gesetzesvorschlag muss abgelehnt werden. Was wir brauchen, ist die Rückkehr zu echter Risiko-Kontrolle, statt immer mehr Deregulierung.“

Fabian Holzheid, Geschäftsführer am Umweltinstitut München: „Mit diesem Omnibus-Gesetzespaket würde die EU-Kommission ein gefährliches Signal senden: Pestizide dürften dauerhaft auf dem Markt bleiben, selbst wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf erhebliche Risiken hinweisen. Das ist rechtswidrig und verantwortungslos. Ursula von der Leyen muss die Pläne zurückziehen – und die Bundesregierung darf ihnen nicht zustimmen.”

Annemarie Botzki von der Verbraucherorganisation foodwatch: „Der EU-Kommission sind die Profite von BayerMonsanto und Co. offenbar wichtiger als die Gesundheit von uns Bürger:innen. Ursula von der Leyen nimmt in Kauf, dass noch mehr Rückstände von Ackergiften in unseren Lebensmitteln landen.”

Quellen und weiterführende Informationen:

Pressekontakte:

Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany)
Susanne Smolka
E-Mail: susanne.smolka@pan-germany.org
Mobil: +49 (0)179 / 6 82 26 44 //+49 (0)157 / 315 640 17

Aurelia Stiftung
Thomas Radetzki
thomas.radetzki@aurelia-stiftung.de
Mobil: +49 (0) 171 / 33 66 569

ClientEarth
Johanna Famulok
E-Mail: jfamulok@clientearth.org
Tel: +49 (0)30 / 726 211 926

Deutsche Umwelthilfe e.V.
Jürgen Resch
E-Mail: resch@duh.de
Mobil: +49 (0)171 / 364 91 70

foodwatch e.V.
Andreas Winkler
E-Mail: presse@foodwatch.de
Mobil: +49 (0)174 / 375 16 89

Umweltinstitut München e.V.
Moritz Tapp
E-Mail: mt@umweltinstitut.org
Tel:  +49 (0)89 / 307749-48




Lesetipp: Konzernatlas 2026.

Wenige Konzerne bestimmen den Markt und die Preise – für Saatgut, Düngemittel, Pestizide und Landmaschinen bis zum Lebensmitteleinzelhandel. Sie beeinflussen, was angebaut und im Supermarkt angeboten wird und was letztlich auf unserem Teller landet. Auf 19 Doppelseiten zeigt der neue Konzernatlas 2026, wie sehr unser Ernährungssystem von wenigen Konzernen dominiert wird und welche politischen Weichen gestellt werden können und müssen, um die Konzernmacht im Ernährungssystem zu beschränken und Ernährungsdemokratie aufleben zu lassen.

Herausgegeben wird der Atlas von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem BUND und dem Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre.

Sicher ist: Die steigende Marktkonzentration im Agrar- und Ernährungssektor hat negative Folgen für uns als Gesellschaft und unsere Umwelt. Denn je mächtiger die Unternehmen sind, desto effektiver können sie Politik beeinflussen, Regulierung verhindern und Preise setzen.

Ein Kapitel des Atlas widmet sich dem Thema Pestizidhandel und hier speziell der Handelspraxis deutscher Konzerne, die in der EU nicht zugelassene Pestizide exportieren. Für Bayer, BASF, Alzchem & Co ist das ein lukratives Geschäft – für viele Menschen in den Empfängerländer im Globalen Süden hat es schwerwiegende Folgen.

Der Konzernatlas 2026 – Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie steht hier zum Download bereit.

Am Montag, den 12. Januar ab 18 Uhr findet das offizielle Launch Event (onlineund vor Ort) statt. Hier anmelden.




Chemiepolitische Mittagstalks 2025 – Dokumentation jetzt online

Die chemiepolitischen Mittagstalks 2025 beschäftigten sich mit den Eintragswegen und dem Vorkommen von Chemikalien in der Umwelt und analysierten deren negative Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt. Hierfür wurden verschiedene Umweltmedien und Organismen betrachtet und aktuelle Forschungsergebnisse und politische Handlungsmöglichkeiten diskutiert.

Expert*innen von PAN Germany waren an der Ausgestaltung der Mittagstalks beteiligt und gaben fachlichen Input zu Mittagstalk # 2 zum Thema „Verschmutztes Wasser – wie Chemikalien unser Trinkwasser gefährden“ vom 18.11.2025:

PFAS belasten zunehmend unsere Gewässer – besonders die Industriechemikalie Trifluoressigsäure (TFA). Sie ist hochmobil, extrem beständig und kaum aus dem Wasser entfernbar. Im zweiten chemiepolitischen Mittagstalk 2025 zeigten Alexandra Caterbow (HejSupport), Dr. Karsten Nödler (DVGW) und Susanne Smolka (PAN Germany), wie vielfältig die Eintragsquellen sind, welche Risiken für Gesundheit und Umwelt bestehen und warum ein vorsorgender Schutz an der Quelle entscheidend ist.

Zum Nachschauen stehen die Aufzeichnung und die Präsentation jetzt online bereit.

Die weiteren Mittagstalks 2025 behandelten die Themen:

  • Mittagstalk #1: „Belastete Böden – Ein Umweltproblem unter unseren Füßen“ vom 13.11.2025
  • Mittagstalk #3: „Wenn die Luft zum Atmen belastet ist – Chemikalien und Luftverschmutzung“ vom 25.11.2025
  • Mittagstalk #4: „Machen Chemikalien krank? Gesundheitsauswirkungen der Chemikalienbelastung“ vom 01.12.2025

Weitere Informationen zu der Veranstaltungsreihe sowie die Dokumentation aller bisherigen Chemiepolitischen Mittagstalks (von 2021-2025) finden Sie unter: https://www.giftfreie-zukunft.org/mittagstalks.

Seit 2021 wird die Webinarreihe „Chemiepolitische Mittagstalks“ von der Initiative „Für das Recht auf eine giftfreie Zukunft“ ausgerichtet.

Die Initiative „Für das Recht auf eine giftfreie Zukunft“ ist ein Zusammenschluss folgender Nichtregierungsorganisationen: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND), European Network for Environmental Medicine (EnvMed Network), Forum Umwelt und Entwicklung, Health and Environment Justice Support e.V. (HEJSupport), Women Engage for a Common Future (WECF) und Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany). Gemeinsam engagieren sich die Verbände für einen besseren Schutz der Umwelt und Gesundheit vor Chemikalienbelastungen.




Zukünftige EU-Pestizid Regeln: Abkehr von Vorsorge und Wissenschaftlichkeit

Seit gestern liegt der offizielle Entwurf der EU Kommission zum sogenannten „Food and Feed Simplification Omnibus“ vor[1]. Breite Kreise der Gesellschaft und der Wissenschaft [2] sind alarmiert. Denn mit den Vorschlägen zur Überarbeitung des geltenden Pestizidrechts werden jahrzehntelange Errungenschaften und Vereinbarungen über Bord geworfen und das zukünftige Genehmigungs-System grundlegend geändert. Entlastet werden dabei insbesondere die Hersteller chemisch-synthetischer Pestizide, denn sie werden weitestgehend ihrer Verantwortung entledigt, ihre Mittel regelmäßig auf schädliche Nebenwirkungen hin überprüfen zu müssen.

Der gestern vorgelegte Vorschlag bedeutet vor allem eins: eine erhebliche Schwächung des Gesundheits- und Umweltschutzes. Zudem untergräbt er die Mechanismen, die dafür sorgen, dass gefährliche Pestizide auch nach ihrer Genehmigung erkannt und tatsächlich vom Markt genommen werden können. Auch die Wasserversorger sind alarmiert und machen deutlich, dass die unbefristeten Genehmigungen von Pestiziden ohne turnusmäßige Überprüfungen Wasserressourcen gefährden [3]. Schon heute kontaminieren Pestizide und ihre Metaboliten Grund- und Oberflächengewässer sowie das Rohwasser, aus dem wir unser Trinkwasser gewinnen.

Mit den Änderungen durch die Europäische Kommission

  • gewährt sie die unbefristete Genehmigung für das Gros der Wirkstoffe,
  • schränkt sie die Mitgliedstaaten darin ein, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bei der Bewertung von Pestizidprodukten zu berücksichtigen und beschneidet die Souveränität der nationalen Behörden, eigenständig problematische Produkte zu beschränken oder vom Markt zu nehmen,
  • erleichtert sie (Notfall-)Genehmigungen für Pestizide, die nicht den Sicherheitsstandards entsprechen,
  • weitet sie für verbotene Pestizide die Übergangsfristen für den Verkauf, die Lagerung und die Verwendung auf bis zu drei Jahre aus.

Unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus, werden grundlegende Schutzstandards geschwächt und dauerhaft abgebaut. So wird beispielsweise der Schutz vor hormonschädlichen Pestiziden (EDCs) massiv eingeschränkt, obgleich insbesondere die Entwicklung von Kindern durch diese Stoffe gestört werden und sie ein Leben lang unter den Folgen zu leiden haben. Die hohen EDC-bedingten Gesundheitskosten sind bei der Auflistung der vermeidlichen Einsparungen durch Bürokratieeinsparungen gänzlich missachtet worden. Der Vorschlag ignoriert den Wunsch der Menschen, nach weniger Pestiziden und einem besseren Schutz vor deren Belastungen. Die EU-Kommission hat sich zum Sprachrohr und Vollzugsgehilfin der chemischen Industrie gemacht – zulasten ihrer Bevölkerung, ihres Naturerbes und der Lebensqualität zukünftiger Generationen.

Durch das beschleunigte Omnibus Verfahren, werden EU-eigene Regeln missachtet – wie die Verpflichtung, bei gesetzlichen Änderungen erst eine Folgenabschätzung zu machen (Impact Assessment), um möglichen Auswirkungen der gesetzlichen Änderungen abzuschätzen, sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Diskussion gesetzlicher Vorhaben im Rahmen sogenannter public consultations. Das Verfahren schürt zu Recht grundlegende Bedenken hinsichtlich der politischen Kohärenz und der demokratischen Legitimität. Die neuen Vorschläge missachten zudem die Ergebnisse der eigenen EU-REFIT-Bewertung der bisherigen Umsetzung des Pestizidrechts und sie ignorieren die wachsenden Erkenntnisse über die Belastung lebenswichtiger Ressourcen wie Gewässer, Trinkwasser und Nahrungsmittel.

Die Verantwortung liegt nun bei den Mitgliedern des Europaparlaments und bei den Mitgliedsstaaten, die im EU Rat entscheiden, sich gegen diesen Vorschlag zu stemmen.

Mehr dazu:

[1] EU Kommission Feed and Food simplification Omnibus

[2] Wissenschaftliches Statement zum Feed and Food Omibus

[3] DVGW Pressemitteilung 15.12.2025

PAN Europe Press Release 16.12.2025 mit Bewertung des Feed and Foos Omnibus




Zukünftige EU-Pestizid Regeln: Abkehr von Vorsorge und Wissenschaftlichkeit

Seit gestern liegt der offizielle Entwurf der EU Kommission zum sogenannten „Food and Feed Simplification Omnibus“ vor[1]. Breite Kreise der Gesellschaft und der Wissenschaft [2] sind alarmiert. Denn mit den Vorschlägen zur Überarbeitung des geltenden Pestizidrechts werden jahrzehntelange Errungenschaften und Vereinbarungen über Bord geworfen und das zukünftige Genehmigungs-System grundlegend geändert. Entlastet werden dabei insbesondere die Hersteller chemisch-synthetischer Pestizide, denn sie werden weitestgehend ihrer Verantwortung entledigt, ihre Mittel regelmäßig auf schädliche Nebenwirkungen hin überprüfen zu müssen.

Der gestern vorgelegte Vorschlag bedeutet vor allem eins: eine erhebliche Schwächung des Gesundheits- und Umweltschutzes. Zudem untergräbt er die Mechanismen, die dafür sorgen, dass gefährliche Pestizide auch nach ihrer Genehmigung erkannt und tatsächlich vom Markt genommen werden können. Auch die Wasserversorger sind alarmiert und machen deutlich, dass die unbefristeten Genehmigungen von Pestiziden ohne turnusmäßige Überprüfungen Wasserressourcen gefährden [3]. Schon heute kontaminieren Pestizide und ihre Metaboliten Grund- und Oberflächengewässer sowie das Rohwasser, aus dem wir unser Trinkwasser gewinnen.

Mit den Änderungen durch die Europäische Kommission

  • gewährt sie die unbefristete Genehmigung für das Gros der Wirkstoffe,
  • schränkt sie die Mitgliedstaaten darin ein, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bei der Bewertung von Pestizidprodukten zu berücksichtigen und beschneidet die Souveränität der nationalen Behörden, eigenständig problematische Produkte zu beschränken oder vom Markt zu nehmen,
  • erleichtert sie (Notfall-)Genehmigungen für Pestizide, die nicht den Sicherheitsstandards entsprechen,
  • weitet sie für verbotene Pestizide die Übergangsfristen für den Verkauf, die Lagerung und die Verwendung auf bis zu drei Jahre aus.

Unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus, werden grundlegende Schutzstandards geschwächt und dauerhaft abgebaut. So wird beispielsweise der Schutz vor hormonschädlichen Pestiziden (EDCs) massiv eingeschränkt, obgleich insbesondere die Entwicklung von Kindern durch diese Stoffe gestört werden und sie ein Leben lang unter den Folgen zu leiden haben. Die hohen EDC-bedingten Gesundheitskosten sind bei der Auflistung der vermeidlichen Einsparungen durch Bürokratieeinsparungen gänzlich missachtet worden. Der Vorschlag ignoriert den Wunsch der Menschen, nach weniger Pestiziden und einem besseren Schutz vor deren Belastungen. Die EU-Kommission hat sich zum Sprachrohr und Vollzugsgehilfin der chemischen Industrie gemacht – zulasten ihrer Bevölkerung, ihres Naturerbes und der Lebensqualität zukünftiger Generationen.

Durch das beschleunigte Omnibus Verfahren, werden EU-eigene Regeln missachtet – wie die Verpflichtung, bei gesetzlichen Änderungen erst eine Folgenabschätzung zu machen (Impact Assessment), um möglichen Auswirkungen der gesetzlichen Änderungen abzuschätzen, sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Diskussion gesetzlicher Vorhaben im Rahmen sogenannter public consultations. Das Verfahren schürt zu Recht grundlegende Bedenken hinsichtlich der politischen Kohärenz und der demokratischen Legitimität. Die neuen Vorschläge missachten zudem die Ergebnisse der eigenen EU-REFIT-Bewertung der bisherigen Umsetzung des Pestizidrechts und sie ignorieren die wachsenden Erkenntnisse über die Belastung lebenswichtiger Ressourcen wie Gewässer, Trinkwasser und Nahrungsmittel.

Die Verantwortung liegt nun bei den Mitgliedern des Europaparlaments und bei den Mitgliedsstaaten, die im EU Rat entscheiden, sich gegen diesen Vorschlag zu stemmen.

Mehr dazu:

[1] EU Kommission Feed and Food simplification Omnibus

[2] Wissenschaftliches Statement zum Feed and Food Omibus

[3] DVGW Pressemitteilung 15.12.2025

PAN Europe Press Release 16.12.2025 mit Bewertung des Feed and Foos Omnibus




Pestizid-Omnibus: Widerstand aus der Wissenschaft

In einem offenen Brief an die EU-Kommission äußern Mitglieder der wissenschaftlichen und medizinischen Gemeinschaft ihre tiefe Besorgnis und ablehnenden Haltung zu den durchgesickerten Details zum Food and Feed Simplification Omnibus, der von der EU-Kommission vorgeschlagenen weiteren Abschwächung der rechtlichen Regeln, wie zukünftig Pestizide bewertet und zugelassen werden.

In ihrem Schreiben an die EU-Kommission fordern über 200 führende Wissenschaftler*innen die EU Kommission auf, die in dem durchgesickerten Entwurf vorgeschlagenen folgenschweren Änderungen des Zulassungs- und Genehmigungsverfahrens für Pestizid-Wirkstoffe und -produkte abzulehnen. Sie unterstreichen die dringende Notwendigkeit, die Umwelt, die biologische Vielfalt und die Bürger*innen besser vor der Exposition gegenüber schädlichen Pestiziden zu schützen. Der Brief wurde von 203 Fachleuten aus den Bereichen Gesundheit, Toxikologie und Ökologie unterzeichnet.

Hier lesen Sie das Statement und die Forderungen der Unterzeichnenden.

Zum Hintergrund:

Der geleakte Kommissionsentwurf zum Food and Feed Simplification Omnibus untergräbt den Hauptzweck der Pestizidverordnung, nämlich die Gewährleistung eines hohen Schutzniveaus auf der Grundlage des Vorsorgeprinzips. Würden die Änderungen in ihrer derzeitigen Form umgesetzt, wäre dies ein schwerwiegender Rückschritt für die Pestizidregulierung in der EU, da hierdurch potenziell gefährliche Stoffe auf unbestimmte Zeit weiterverwendet werden könnten und neuste wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert würden. Dies würde auch den konsequenten und seit langem bestehenden Forderungen der Bürger*innen nach einer strengeren Pestizidregulierung und einem Ausstieg aus chemisch-synthetischen Pestiziden zuwiderlaufen.




Beenden Sie das Zeitalter der giftigen Pestizide

Möchten Sie gesunde Lebensmittel für sich und Ihre Kinder? Liegen Ihnen die Artenvielfalt und sauberes Wasser am Herzen? Wollen sie weniger chemisch-synthetische Pestizide auf den Äckern? Seien Sie wachsam! Die Europäische Kommission schlägt aktuell eine Reihe von Maßnahmen vor, um Pestizide massiv zu deregulieren. Auf diese Weise wird die EU mehr giftige Pestizide ohne regelmäßige Kontrollen zulassen. Sie verkaufen dies als leichteren Zugang zu biologischen Bekämpfungsmitteln, aber die Änderungen gelten auch für hochgiftige Pestizide.

Damit plant die Europäische Kommission, der chemischen Industrie das Leben zu erleichtern auf Kosten des Schutzes unserer Gesundheit und Umwelt. Das ist nicht nur eine schlechte Nachricht für Europa, sondern auch für den Rest der Welt! Dies müssen wir verhindern. Die Zeit drängt!

Nutzen Sie das Tool von PAN Europe, um der EU Kommission mit nur wenigen Klicks Ihre Meinung mitzuteilen.

–> Nutzen Sie hier das PAN-Tool – es ist ganz einfach!

Die durchgesickerten Änderungen am Pestizidrecht würden:

  • dazu führen, dass schädliche Pestizide auf unbestimmte Zeit auf dem Markt bleiben dürfen
  • selbst wenn giftige Pestizide verboten würden, sie noch weitere drei Jahre (!) verwendet werden dürften
  • neuste wissenschaftliche Forschung ignoriert würde

Dies würde uns um Jahre zurücksetzen. Gehen die Vorschläge so durch, würde es sehr viel schwieriger sein, Pestizide zu verbieten, die Menschen, Insekten und Ökosysteme nachweislich schädigen. Statt solcher Rückschritte brauchen wir einen besseren Schutz. Viele sehr giftige Pestizide, die derzeit verwendet werden, hätten schon vor Jahren verboten werden müssen. Sie schädigen unser Gehirn, unser Immunsystem und die Entwicklung von Kindern und sind eine Katastrophe für die Umwelt. Wir haben bis zu drei Viertel der Insekten verloren, und Pestizide spielen dabei eine große Rolle. Wasser, Böden und Lebensmittel sind durch PFAS-Pestizide verschmutzt.

Das Zeitalter der Giftstoffe kann und sollte zu Ende gehen. Wir müssen weder Lebensmittel noch die Umwelt kontaminieren, um die Welt zu ernähren. Wir können es viel besser machen; die notwendigen nicht-chemischen Alternativen gibt es.

Starker öffentlicher Druck ist dringend erforderlich, um den Gesetzesvorschlag noch zu ändern. Ihr Beitrag ist entscheidend! Denn noch handelt es sich um einen Kommissions-Vorschlag, der geändert werden kann. Am 16. Dezember wird die EU-Kommission den endgültigen Vorschlag vorstellen. Anschließend wird er mit den EU-Mitgliedstaaten und dem Europa-Parlament diskutiert. Helfen Sie mit und fordern Sie EU-Kommission auf, diese Änderungen zu blockieren und stattdessen den Fokus auf das Verbot schädlicher Pestizide zu legen.

Das Tool von PAN Europe macht es Ihnen leicht: Wählen Sie eine Nachricht aus und passen Sie sie nach Belieben an. (Aktualisieren Sie die Seite, um eine neue Nachricht zu erhalten.)

–> Nutzen Sie hier das PAN-Tool – es ist ganz einfach!




Neues Poster: „Pestizid-Export – Wer profitiert, wer leidet, wer entscheidet?“

Mit dem neuen Poster „Pestizid-Export – Wer profitiert, wer leidet, wer entscheidet?“ veröffentlicht PAN Germany ein leicht zugängliches Bildungsmaterial, das die globalen Handelswege von Pestiziden sichtbar macht – und dabei besonders den Export von in der EU verbotenen Wirkstoffen in Länder des globalen Südens in den Fokus rückt.

Ein komplexes Thema visuell verständlich aufbereitet

Das Poster veranschaulicht die weltweiten Produktions-, Export- und Anwendungsströme von Pestiziden anhand einer übersichtlichen Weltkarte. Ergänzt wird die grafische Darstellung durch prägnante Faktenboxen zu:

  • den Gefahren von Pestiziden für Mensch und Umwelt,
  • dem Engagement gegen Doppelstandards im internationalen Pestizid-Handel,
  • sowie zu Alternativen zum Pestizid-Einsatz, etwa durch agrarökologische Ansätze.

Zitate von betroffenen Landarbeiter*innen geben dem Thema eine persönliche Perspektive und machen deutlich, wer die gesundheitlichen und sozialen Folgen dieser Handelspraktiken trägt. Über QR-Codes auf dem Poster gelangen Interessierte direkt zu weiterführenden Materialien und Hintergrundinformationen.

Für Bildung, Zivilgesellschaft und Politik

Das Poster richtet sich an Bildungseinrichtungen, Bildungsreferent*innen, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Es eignet sich besonders als niedrigschwelliger Einstieg in die Debatte um globale Verantwortung, Handelsgerechtigkeit und nachhaltige Landwirtschafts- und Ernährungssysteme. Das Material steht in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch zur Verfügung und ist damit auch international einsetzbar.

Kostenloser Download & Printversion

Das Poster kann auf der Website von PAN Germany kostenfrei heruntergeladen werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Printversion zu bestellen – ideal für den Einsatz im Unterricht, in Workshops, bei Veranstaltungen oder in Ausstellungen.

Warum Bildungsmaterialien so wichtig sind

Bildungsmaterialien spielen sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Kontext eine zentrale Rolle. Sie helfen dabei, komplexe Themen verständlich zu vermitteln und fördern die kritische Auseinandersetzung mit globalen Herausforderungen wie sozialer Gerechtigkeit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Gut aufbereitete Materialien wecken Neugier, vertiefen Wissen und sensibilisieren für zentrale Fragen unserer Zeit – etwa rund um Landwirtschaft, Ernährung und globale Lieferketten.

Mit dem Poster „Pestizid-Export – Wer profitiert, wer leidet, wer entscheidet?“ leistet PAN Germany einen wichtigen Beitrag, um diese Zusammenhänge sichtbar zu machen und die Diskussion über gerechtere und nachhaltigere Alternativen anzustoßen.




Gemeinsam gegen die Abschwächung von Schutzstandards im Pestizidrecht

In einem gemeinsamen offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Rainer und Bundesumweltminister Schneider fordern zehn Organisationen, darunter PAN Germany, die Minister auf, den Vorschlag des „Food and Feed Simplification Omnibus-Paket“ abzulehnen und sich für einen besseren Schutz von Umwelt und Gesundheit vor schädlichen Pestiziden einzusetzen. Gemäß des geleakten Entwurfs zum Omnibuspaket würden zentrale Schutzmechanismen des EU Pestizid-Rechts massiv geschwächt werden – mit fatalen Folgen für die Umwelt und die Gesundheit. PAN Germany berichtete.

Zu den von den Organisationen angeführten Kritikpunkten am geleakten Entwurf zählen:

  • Die Abkehr vom Vorsorgeprinzip
  • Die unbefristete Zulassung chemischer Pestizide
  • Die Abschaffung der regelmäßigen Risikoprüfung
  • Das Ignorieren neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse zu den ungewollten Wirkungen
  • Die geplanten mehrjährigen Aufbrauchfristen für gefährliche verbotene Pestizide

Hier den offenen Brief lesen




Untersuchung deckt auf: Europaweit Getreideprodukte mit Ewigkeitschemikalie TFA belastet

Hamburg, 04.12.2025. Pressemitteilung. Eine neue Studie von PAN Europe zeigt hohe Konzentrationen der fortpflanzungsschädlichen “Ewigkeitschemikalie” Trifluoressigsäure (TFA) in Getreideprodukten des täglichen Bedarfs. Die höchsten TFA-Werte wurden in Frühstücksflocken gefunden und die Durchschnittswerte liegen 107-mal höher als die im Leitungswasser. Der Bericht zeigt, dass unsere Ernährung einen wesentlichen Beitrag zur TFA-Exposition des Menschen darstellt. Gemeinsam mit PAN Europe fordert PAN Germany die Regulierungsbehörden auf, unverzüglich eine weitaus strengere Sicherheitsgrenze für TFA festzulegen und alle PFAS-Pestizide vom Markt zu nehmen.

Für die Studie wurden 66 konventionelle Getreideprodukte aus 16 europäischen Ländern auf TFA analysiert. Darunter waren Frühstückscerealien, beliebte Süßigkeiten, Nudeln, Croissants, Vollkorn- und Weißbrote sowie Mehl. Da die Lebensmittelbehörden TFA in Lebensmitteln nicht überwachen, ist dies die erste Studie, die Produkte aus verschiedenen EU-Ländern auf diesen Stoff hin untersucht hat. Sie ergänzt frühere Recherche-Berichte über hohe TFA-Werte in europäischen Weinen und die weit verbreitete TFA-Belastung von Trinkwasser.

Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:

  • Weit verbreitete Kontamination von Getreideprodukten in ganz Europa: TFA wurde in 81,8% der Proben (54 von 66 Proben) aus 16 europäischen Mitgliedstaaten nachgewiesen.
  • Hohe Belastung: Die durchschnittliche TFA-Konzentration betrug 78,9 Mikrogramm pro Kilogramm (μg/kg) mit Spitzenwerten von bis zu 360 μg/kg. Weizenprodukte waren deutlich stärker kontaminiert als andere Getreideprodukte.
  • Lebensmittel sind neben Trinkwasser der wichtigste Expositionsweg: Die nachgewiesenen TFA-Gehalte sind 107-mal höher als die durchschnittlichen TFA-Konzentrationen im Trinkwasser. [1]
  • Für TFA gibt es keine spezifischen EU-Rückstandshöchstgehalte für Lebensmittel („MRL-Werte“). Da aktuelle Studien zeigen, dass die Substanz schädlich für Fortpflanzung, Entwicklung und für die Schilddrüse ist, sollte der Standard-MRL von 0,01 mg/kg (10 μg/kg) gelten, der auch für Pestizide gilt, die diese Toxizität verursachen. Demnach überschritten 54 Proben diesen Standard-MRL.

Das mit 360 µg/kg TFA am stärksten belastete Lebensmittel ist ein typisches Frühstücksmüsli, gekauft in Irland. Bei den drei deutschen Produkten lag die Weizenmehl-Probe auch EU-weit mit 310 µg/kg auf einem der Spitzenplätze, gefolgt von Dinkelnudeln aus Süddeutschland mit 150 µg/kg und einem vergleichsweise niedrigen Wert von 13 µg/kg bei Roggenvollkornbrot.

„Menschen werden mit TFA belastet, das hauptsächlich über PFAS-Pestizide in die Nahrung und das Trinkwasser gelangt. In Deutschland sind noch immer 27 PFAS-Wirkstoffe in Pestiziden zugelassen, die TFA freisetzen können. Unsere Untersuchung unterstreicht die Dringlichkeit eines sofortigen Verbots von PFAS-Pestiziden in Deutschland und EU-weit, um diese relevante Belastungsquelle zu stoppen“, fordert Dr. Peter Clausing, Toxikologe beim Pestizid Aktions-Netzwerk e.V., PAN Germany.

TFA, ein Abbauprodukt von PFAS-Pestiziden und PFAS-Kühlmitteln, den sogenannten F-Gasen, ist extrem langlebig, mobil und sehr gut wasserlöslich. Die Chemikalie wird von den deutschen Behörden in die zweithöchste Stufe (1B) als reproduktionstoxisch eingestuft. Die gesetzlich geforderten Studien bringen TFA mit einer verminderten Spermienqualität und negativen Auswirkungen auf die Schilddrüsen-, Leber- und Immunfunktionen in Verbindung. Aufgrund seiner Wasserlöslichkeit reichert sich TFA in Wasser und Böden an, wo es von Pflanzen aufgenommen wird.

In 81,8 % der Proben überschritt der TFA-Gehalt den vorgeschriebenen Höchstwert für Rückstände reproduktionstoxischer oder hormonell wirksamer Stoffe. Pestizide, die TFA freisetzen, müssen dringend verboten werden. Wir können nicht zulassen, dass Kinder und schwangere Frauen Chemikalien ausgesetzt sind, von denen wir wissen, dass sie die reproduktive Gesundheit schädigen“, fügt Dr. Angeliki Lysimachou, Leiterin der Abteilung Wissenschaft und Politik bei PAN Europe, hinzu.

Gemeinsam mit PAN Europe und den anderen Netzwerkorganisationen fordert PAN Germany die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA nachdrücklich auf, einen strengen Schutzwert für die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von TFA festzulegen, und appelliert an die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten, PFAS-Pestizide zu verbieten und TFA in Lebensmitteln zu überwachen.

Lesen Sie den vollständigen Bericht (engl.).

Lesen Sie die Fragen und Antworten (engl.)

Hinweise für die Redaktion:

[1] Die Untersuchung von PAN Europe TFA: Die ewige Chemikalie im Wasser, das wir trinken (2024) ergab eine durchschnittliche TFA-Konzentration von 0,740 µg/l in 36 Leitungswasser-proben, die in 11 EU-Ländern entnommen wurden.

Weitere Informationen:

 

Die Studie wurde von PAN Europe in Zusammenarbeit mit seinem Netzwerk aus Mitgliedsorganisationen und Umwelt-NGOs durchgeführt. Beteiligt waren: Global 2000 (Österreich), Bond Beter Leefmilieu (Belgien – Flandern), Nature & Progrès Belgique (Belgien – Wallonien), Via Pontica Foundation (Bulgarien), Arnika (Tschechische Republik), Générations Futures (Frankreich), Ecocity (Griechenland), Friends of the Earth Hungary, ISDE (Italien), Friends of the Irish Environment (Irland), Irish Environmental Network (Irland), Mouvement Écologique (Luxemburg), PAN Germany, PAN Niederlande, Romapis (Rumänien), Ecologistas en Acción (Spanien), WWF Schweiz.

 

Pressekontakte: