PAN International fordert rechtsverbindliche Regelungen für hochgefährliche Pestizide

Kurz vor Beginn des großen internationalen vierten Arbeitsgruppen Treffen (OEGW) der internationalen Rahmenvereinbarung für ein internationales Chemikalienmanagement SAICM (Strategic Approach to International Chemicals Management) bekräftigt das Internationale PAN seine Forderung nach einem weltweit rechtsverbindlichen Mechanismus für das Lebenszyklusmanagement von Pestiziden. Ein solches Regelwerk könne laut PAN entweder als neuer, eigenständiger Vertrag oder als rechtsverbindliches Protokoll innerhalb eines neuen übergreifenden Chemikalienrahmens den schrittweisen Ersatz hochgefährlicher Pestizide (HHPs) befördern und dazu beitragen, dass zukünftig Menschen und ihre Umwelt weniger durch Pestizide geschädigt werden.

PAN äußert seine tiefe Besorgnis darüber, dass SAICM es bislang versäumt hat, ein solides Management von Pestiziden zu erreichen und dass die Pestizidvergiftung in Ländern auf der ganzen Welt andauert, obgleich hochgefährliche Pestizide (HHPs) unter SAICM als „Issue of Concern“ anerkannt sind und seit Jahren zum Handeln gegen HHPs aufgerufen wurde.

Mit der aktualisierten PAN International Liste der hochgefährlichen Pestizide (PAN HHP-Liste) und der Liste der verbotenen Pestizide (Consolidated List of Banned Pesticides) veröffentlicht PAN zwei Dokumenten, die die dringende Notwendigkeit eines rechtsverbindlichen Vertrags zum Verbot von HHPs unterstreichen und die den schrittweisen Ersatz hochgefährlicher Pestizide unterstützen. Die beiden Listen zusammen zeigen die große Zahl der weltweit eingesetzten hochgefährlichen Pestizide und die sehr ungleiche Regulierung gefährlicher Pestizide weltweit.

Ein Beispiel für eine solche ungleiche Regulierung von Pestiziden ist das hochtoxische Pestizid Monocrotophos. Von den 154 Ländern, für die Informationen über Pestizide verfügbar waren, haben 112 das Insektizid Monocrotophos verboten, in anderen Ländern schadet das hochgefährliche Pestizid weiterhin den Menschen und der ihrer Umwelt. Das Pestizid war unter anderem verantwortlich für den Tod von 23 Schulkindern in Indien im Jahr 2013, für den Tod von Baumwollbauern in Indien im Jahr 2018 und für zahlreiche weitere Vergiftungen – trotz der Forderung der Weltgesundheitsorganisation WHO an Indien, es vor zehn Jahren zu verbieten. Dies ist nur ein Beispiel für ein HHP, das schon vor langer Zeit hätte verboten werden sollen, aber weiterhin in Gebrauch ist und Menschen in Ländern vergiftet, in denen es noch verwendet wird. PAN fordert, dass Unternehmen, die noch Monocrotophos herstellen, ihre Produktion einstellen, und dass alle Länder, die den Wirkstoff noch nicht verboten haben, dies unverzüglich tun.

Diese Situation tritt in vielen Ländern der Welt auf. Maimouna Diene, Direktorin von PAN Afrika, sagt hierzu: „In vielen afrikanischen Ländern sehen wir hohe Vergiftungsraten von Bauern und ländlichen Gemeinschaften durch HHPs. Es ist nicht möglich, die Bevölkerung, ihren Boden, ihr Wasser und die Luft angemessen zu schützen, wenn kein rechtsverbindlicher Mechanismus zur Regulierung von HHPs eingerichtet wird.“

 

Weiter lesen in der PAN International Presseinformation vom 26.3.2019




Größtes Hindernis der Agrarökologie ist die Agrar-Industrie

Diese Woche veranstaltet die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) das zweite globale Symposium zum Thema Agrarökologie in Rom (Italien). Das internationale Pesticide Action Network (PAN International) ist mit 10 VertreterInnen aus den 5 PAN-Regionalzentren Afrika, Asien-Pazifik, Lateinamerika, Europa und Nordamerika vor Ort.

Für PAN International ist Agrarökologie der Schlüssel für die Zukunft der Landwirtschaft. Weltweit werden Menschen – LandarbeiterInnen, BäuerInnen, Familien in ländlichen Gebieten und indigene Gemeinschaften – durch gefährliche Pestizide geschädigt, deren Einsatz die Grundlage der heutigen industriellen Ernährung und hoch-chemischen Landwirtschaft bilden.

Während des Plenums verwies Dr. Marcia Ishii-Eiteman (PAN Nordamerika) im Namen von PAN International in ihrem Statement darauf, dass das größte Hindernis für die Entwicklung der Agrarökologie der Einfluss und die enorme Macht transnationaler Pestizid- und Saatgutkonzerne auf Gesetzgebung, Forschung und Märkte sind. Sie blockieren oder untergraben die Agrarökologie oder sie versuchen, die Agrarökologie zu kooptieren und ihren ökonomischen Interessen unterzuordnen.

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PAN Statement FAO AE Symposium 4 April 2018 368.86 KB 63 downloads

The UN Food and Agriculture Organization (FAO) is hosting the 2nd Global Symposium...




PAN Statement FAO AE Symposium 4 April 2018

The UN Food and Agriculture Organization (FAO) is hosting the 2nd Global Symposium on Agroecology this week in Rome, Italy. Pesticide Action Network (PAN) International has 10 delegates from nine countries at the Rome meeting, with all five PAN Regional Centers represented (Africa, Asia Pacific, Latin America, Europe and North America).