Joint letter in reaction to the Strategic Approach on Pharmaceuticals in the Environment

We are writing to express our deep concern following the recent publication of the Strategic Approach to Pharmaceuticals in the Environment by the European Commission. We welcome the fact that it has finally been published, but we strongly feel that it fails to include key measures to mitigate the devastating impact of pharmaceutical pollution on human, animal, and environmental health.




NGOs sorgen sich über zunehmende (Tier-) Arzneimittelbelastungen und Antibiotikaresistenzen

Trotz aller Erkenntnis versäumt es die Europäische Kommission, gegenwärtige und zukünftige Generationen ausreichend vor den Gefahren von Arzneimittelverschmutzungen zu schützen. Gehandelt werden muss jetzt! Das ist die Kernbotschaft des gemeinsamen Schreibens an die Generaldirektoren der Europäischen Kommission Daniel Calleja Crespo (Umwelt) und Anne Bucher (Gesundheit), an dem sich PAN Germany beteiligt hat.

Die Probleme sind bekannt. Der neue Umwelt-Bericht der Vereinten Nationen kommt zu dem besorgniserregenden Fazit, dass Arzneimittel „von der Wiege bis zur Bahre“ falsch behandelt werden. Rund 200 verschiedene aktive pharmazeutische Substanzen sind bereits weltweit in Fließgewässern nachgewiesen. Mit Blick auf Europa zeigen sich ebenso bedenkliche Entwicklungen.  Aus einer aktuellen Studie geht hervor, das die Mehrheit der untersuchten kleinen Wasserkanäle in zehn EU-Mitgliedstaaten durch Tierarzneimittel (meist antimikrobielle Mittel) verunreinigen ist. Dies ist besonders beunruhigend, da die Freisetzung von antimikrobiellen Verbindungen aus der Human- und Veterinärmedizin in die Umwelt ein Treiber für die Entwicklung resistenter Bakterien ist.

Der strategische Ansatz zu Pharmazeutika in der Umwelt war ein Hoffnungsträger, der wachsenden Gefahr durch Arzneimittelbelastungen in der EU endlich energisch entgegenzutreten. Doch nach Jahren der Verzögerung ist die Veröffentlichung der Strategie durch die EU Kommission lediglich ein Teilerfolg. Die NGO-Gruppen kritisieren in ihrem Brief an die Vertreter*innen der EU Kommission, dass der strategische Ansatz keine Schlüsselmaßnahmen zur Schutz der Gesundheit von Mensch, Natur und Umwelt enthält. Sie fordern mehr EU-Initiative, um die Politikkohärenz bei der Bekämpfung von antimikrobiellen Resistenzen im Rahmen des ganzheitlichen, disziplinenübergreifenden „One Health“-Ansatzes, der die systemischen Zusammenhänge von Mensch, Tier und Umwelt und Gesundheit anerkennt, zu gewährleisten. Konkrete Maßnahmen, die auf europäischer Ebene verbindlich gefordert werden müssen, um das Problem der Arzneimittelverschmutzung langfristig zu lösen, sind unter anderem eine Erweiterung des Rechtsrahmens für die Gute Herstellungspraxis (GMP) um verbindliche Umweltkriterien sowie die Bewertung der potenziellen Umweltrisiken aller (Tier-)Arzneimittel einschließlich sogenannter Alt-Arzneimittel.

Presseinformation Health Care Without Harm – 10.04.2019

Presseinformation PAN Germany – 22.03.2019

 

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Joint letter in reaction to the Strategic Approach on Pharmaceuticals in the Environment

Datum: 11. April 2019 1.59 MB

We are writing to express our deep concern following the recent publication of the Strategic Approach...

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Antibiotics from animal husbandry are a threat to human health and the environment

Datum: 4. März 2019 560.64 KB

Coughs and sniffles, colds and flu? Every winter, there is a sharp rise in the number of people suf-fering...




Antibiotics from animal husbandry are a threat to human health and the environment

Coughs and sniffles, colds and flu? Every winter, there is a sharp rise in the number of people suf-fering from these infections. In many cases, doctors prescribe antibiotics. Antibiotics are highly ef-fective, potentially life-saving pharmaceuticals – but only as a treatment for bacterial infections. They have no effect on viral infections, which are the cause of ninety percent of infectious respiratory ill-nesses. The inappropriate or excessive use of antibiotics has substantial risks, because it contrib-utes to the development of resistant bacteria, which renders these antibiotics less and less effective. As a result, there may no longer be a cure for some bacterial infections. Multidrug-resistant patho-gens have become a serious global problem that threatens human health and the environment.




Strategischer Ansatz zu Arzneimitteln in der Umwelt

Human- und Tierarzneimittel gelangen auf vielfältige Weise in unsere Umwelt und sind nicht nur ein Risiko für Ökosysteme, sondern auch für die Gesundheit von Menschen und Tieren. Deshalb ist es unhaltbar, dass aktive pharmazeutische Wirkstoffe (APIs) derzeit von der EU-Umweltregulierung ausgenommen sind. Angesichts der Befürchtungen über Abschwächungen des langerwarteten strategischen Ansatzes zu Arzneimitteln in der Umwelt (PiE) fordern europäische NGOs, Wasserversorger und Investitionsunternehmen mit einem offenen Brief an EU Präsident Juncker die EU Kommission auf, sicherzustellen, dass wichtige Maßnahmen zur Bewältigung dieser Probleme in den strategischen Ansatz aufgenommen werden.

In diesem Zusammenhang muss besonders der wachsenden Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen und den verheerenden Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit Rechnung getragen werden. Große Mengen an Antibiotika werden in der Tierhaltung und -zucht verwendet. Es ist unverantwortlich, dass in der intensiven Tierhaltung Arzneimittel zur Kompensation von Defiziten bei Unterbringung, Zucht und Management eingesetzt werden. Dieser Missstand trägt maßgeblich zur Umweltverschmutzung bei und erhöht das Risiko der Resistenzbildung. Weil gesunde Tiere keine Arznei brauchen, fordert PAN Germany, die Einführung von EU-weiten Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls in der Tierhaltung, um die Tiergesundheit zu gewährleisten und den Bedarf an Medikamenten wirksam zu reduzieren.

Weitere Infos: Pressemitteilung von Changing Market Foundation

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Joint statement - Europe must align policies to tackle Pharmaceuticals in the Environment

Datum: 17. Mai 2018 169.72 KB

The signatories urge European policymakers to ensure that Europe’s response to the threat posed by...

 

Fotorechte: Kühe: adel_pixelio




Stellungnahme: Europa-Politik muss Umweltbelastungen durch Arzneimittel ein Ende setzen

Gemeinsam mit 5 europäischen NGOs fordert PAN Germany die politischen Entscheidungsträger in Europa auf, die Bedrohung durch Pharmazeutika in der Umwelt und zunehmende Antibiotikaresistenzen endlich ernst zu nehmen. Gegenwärtige und zukünftige europäische Maßnahmen müssen rechtzeitig beschlossen und in allen relevanten Politikbereichen umgesetzt werden, fordern die NGOs in ihrer gemeinsamen Stellungnahme.

Insbesondere vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Gesundheitskrise durch antimikrobielle Resistenzen (AMR) ist ein multisektoraler Ansatz notwendig, um die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen in Europa und weltweit zu schützen.

Der lang ersehnte strategische Ansatz der EU Kommission für Pharmazeutika in der Umwelt sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, um die Verschmutzung und die Schäden durch Arzneimittel zu verringern. Dabei folgt der strategische Ansatz dem Follow-Up Aktionsplan der Kommission zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz aus dem Jahr 2017. Dieser kann aus Sicht der NGOs nicht ausreichend garantieren, die Umwelt effektiv zu schützen, und lässt klare Beweise für das Ausmaß der Arzneimittelverschmutzung aus.

Pharmazeutische Wirkstoffe, ob in der Human- oder Tiermedizin, sind derzeit vom EU-Umweltrecht ausgenommen, was angesichts der Gefahr, die die Umweltverschmutzung durch Arzneimittel für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellt, unhaltbar ist. Die europäischen NGOs fordern daher die EU Kommission auf, eine Reihe wichtiger politischer Maßnahmen zu ergreifen, die die verheerenden Auswirkungen von Pharmazeutika in der Umwelt und die Bedrohung durch AMR reduzieren können. Zu den Forderungen zählen unter anderem eine bessere Datentransparenz hinsichtlich eingesetzter und in der Umwelt nachgewiesener Human- und Tierarzneimittel, eine wirksame Einschränkung der Anwendung von Antibiotika in der Tierhaltung und eine bessere Berücksichtigung des Umweltschutzes bei der Zulassung von Medikamenten. PAN Germany sieht einen besonderen Nachholbedarf im Bereich des vorbeugenden Tier-Gesundheitsschutzes und fordert darum, die Einleitung von EU-weiten Maßnahmen zur Verbesserung des Tierschutzes in der Tierhaltung als wichtige Vorsorgemaßnahmen zum Wohl der Tiere, und um die Tiergesundheit zu sichern und den Bedarf an Medikamenten zu reduzieren.

Alle Forderungen und weitere Informationen finden Sie in der Stellungnahme (englisch).

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Joint statement - Europe must align policies to tackle Pharmaceuticals in the Environment

Datum: 17. Mai 2018 169.72 KB

The signatories urge European policymakers to ensure that Europe’s response to the threat posed by...




Antibiotics in Livestock Farming

What can be done to reduce environmental threats and avoid the development of antibiotic resistance?

The use of antibiotics in intensive livestock farming promotes the development of antibiotic resistance and the spread of resistant bacterial strains. The livestock industry has a special responsibility in the fight against antibiotic resistance and against the environmental impacts of veterinary pharmaceuticals. The background paper gives an overview on the issue, shows that pharmaceutical residues have become a global environmental problem and highlights the need for a change in animal production.